Publications (FIS)

Planungskulturen kooperativer Stadt-Grün-Entwicklung.

Authored by

Martin Sondermann

Abstract

Wie vollzieht sich das Ideal kooperativer Stadtplanung in der kommunalen Praxis? Dieser Frage wird am Beispiel kooperativer Stadtgrünentwicklung in Düsseldorf und Hannover nachgegangen. Die Charakteristika in den Strukturen und Prozessen der Zusammenarbeit zivilgesellschaftlicher und politisch-administrativer Akteure werden als Ausdruck unterschiedlicher lokaler
Planungskulturen gedeutet und damit wird auf ein sich derzeit konstituierendes kulturelles Paradigma in der Planungswissenschaft rekurriert. Als empirisch fundierter Beitrag zur Planungskulturforschung wird in dieser Arbeit ein eigenes
analytisches Planungskulturmodell aufgestellt. Dieses basiert auf empirischen Beobachtungen, welche mittels der Grounded Theory in abstrahierten Sinnzusammenhängen modellhaft dargestellt werden. Dieses empirische Modell wird in Bezug zu anderen kulturellen Ansätzen der Planungswissenschaft gesetzt und somit ein empirisch wie theoretisch fundierter Beitrag zum wissenschaftlichen Diskurs über Planungskultur geleistet. Im Ergebnis dieser Arbeit werden lokale Planungskulturen als spezifische Sinnsysteme definiert,
die sich zwischen den beteiligten Akteursgruppen über die Zeit herausgebildet haben, deren Handeln leiten bzw. beeinflussen und sich in den verschiedenen Arten und Weisen des Planens zeigen. In Bezug auf kooperative stadtgrünentwicklung in Düsseldorf und Hannover besteht der Kern dieses Sinnsystems aus „Kulturen des Miteinander“, welche sich durch Lern-, Anpassungs- und Annäherungsprozesse in der Praxis der Zusammenarbeit bereits in der Vergangenheit herausgebildet haben und sich bis heute durch ebendiese verändern: Die zentralen Merkmale der beobachteten „Kulturen des Miteinander“ sind konstruktive Haltungen, gemeinsame Orientierungen, gegenseitiges Verständnis und lebendige Traditionen. Die damit
korrespondierenden Handlungsweisen zeigen sich unter anderem in der Art und Weise, wie institutionelle Handlungsspielräume genutzt, organisatorische Strukturen angepasst und Verfahrensweisen verändert werden. Dabei werden die Denk- und Handlungsweisen stets relational betrachtet und die qualitativen Zusammenhänge in komplexen Sinnsystemen betont. In dieser Arbeit wurde ein neues theoretisches Verständnis von (lokaler) Planungskultur entwickelt: Demnach ist Planung im holistischen Sinne per se eine kulturelle Praxis. Diese ist, je nach beobachteten Handlungskontexten, jeweils spezifisch in den Sinnsystemen der beteiligten Akteure ausgeprägt. Die Merkmale einer Planungskultur treten vor allem dort zu Tage, wo Interaktionen zwischen den Akteuren und damit verbundene Veränderungen in den Denk- und
Handlungsweisen stattfinden. Programmatisch dient dieser Ansatz dem Verstehen und dem Vergleich unterschiedlicher Planungskulturen sowie deren Kontextualisierung in strukturellen (insbesondere gesellschaftlichen) Zusammenhängen auf lokaler Ebene.

Details

supervised by
Rainer Danielzyk
Organisation(s)
Institute of Environmental Planning
Type
Doctoral thesis
No. of pages
95
Publication date
2017
Publication status
Published
Electronic version(s)
https://doi.org/10.15488/9069 (Access: Open )

Cite

Loading...