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Entstehung und Funktionsweise von regional governance bei Gemeinschaftsgütern des Ressourcenschutzes?

Entstehung und Funktionsweise von regional governance bei Gemeinschaftsgütern des Ressourcenschutzes?

Leitung:  Prof. Dr. Dietrich Fürst
Team:  Dipl.-Ing. Marion Lahner (geb. Cools); Dr. Kim Pollermann
Jahr:  2007
Förderung:  Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Laufzeit:  Mai 2004 - September 2007
Ist abgeschlossen:  ja

Regional governance hat durch die Aufwertung der Region im Gefolge von Globalisierung, EU-Integration und der Entdeckung der Region zur Unterstützung des wirtschaftlichen Strukturwandels Aufmerksamkeit gewonnen. Eine eindeutige Definition von governance existiert nicht. Wir definieren regional governance als netzwerkartige Kooperationen der Selbststeuerung zwischen Akteuren des öffentlichen, privatwirtschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Bereichs zur Bearbeitung von Problemen des regionalen Gemeinwohls. Diese Kooperation ist über eine längere Zeit dauerhaft und nicht an Einzelprojekte gebunden.

Bisherige Forschungen konzentrieren sich auf eine Selbststeuerung im Rahmen der regionalen Wirtschaftsentwicklung. In diesem Projekt geht es dagegen um den kollektiven Umgang mit gemeinschaftlichen Gütern (z.B. Natur und Landschaft). Hier ist intermediäre Kooperation von der Sache her zwar unabdingbar, aber vom individuellen Kosten-Nutzen-Kalkül nicht unbedingt naheliegend.
Am Beispiel von Biosphärenreservats-Regionen wird untersucht, wie regional governance im Zusammenhang mit raumbezogenen, schutzwürdigen Gemeinschaftsgütern, wie z.B. Natur und Landschaft entsteht. Daraus leiten sich drei Kern-Forschungsfragen ab:

  1.  Welche externen Faktoren beeinflussen die Entwicklung der governance-Muster in von Biosphärenreservaten geprägten Regionen?
  2.  Wie funktioniert regional governance in diesen Zusammenhängen bzw. welche Mechanismen werden wirksam?
  3. Welche Rolle spielen dabei der sozial konstruierte Raumbezug und die Mitgestaltung sowie die Übernahme von Verantwortung für diesen Raum (place-making) in diesem Zusammenhang?

Biosphärenreservate bieten sich als Untersuchungsgegenstand an, da sie die Entwicklung nachhaltiger Landnutzungen bei gleichzeitigem Schutz des Naturhaushaltes zum Ziel haben. Fallstudien sind die Biosphärenreservate Rhön, Rügen und Schaalsee sowie zwei Regionen in Großbritannien. Die Untersuchung zielt auf eine Verlaufsanalyse der Prozesse, die auf einer Auswertung der vorhandenen Dokumente und eigenen Erhebungen, inklusive leitfadengestützter Interviews, beruht.

Publikationen

Fürst, Dietrich; Lahner, Marion & Pollermann, Kim (2005): Regional Governance bei Gemeinschaftsgütern des Ressourcenschutzes: das Beispiel Biosphärenreservate. In: Raumforschung u. Raumordnung 63, 330-339