Wie lassen sich ehemals intensiv genutzte Flächen ökologisch aufwerten und seltene Lebensräume wiederherstellen? Mit dieser Frage beschäftigten sich Studierende des Instituts für Umweltplanung bei einer Exkursion in das Naturschutz- und FFH-Gebiet Bockmerholz und Gaim. Gemeinsam mit dem Fachbereich Umwelt und Stadtgrün der Stadt Hannover (Christoffer Zoch) sowie den Arbeitsgruppen für Naturschutz mit Schwerpunkt Fauna (Lara Diekmann) und für planungsbezogene Biodiversitätsentwicklung mit Schwerpunkt Vegetation (Wiebke Winkelhues) konnten sie Naturschutzmaßnahmen vor Ort kennenlernen und teilweise selbst praktisch umsetzen.
Im Mittelpunkt der Exkursion stand die Wiederherstellung artenreicher Grünlandlebensräume auf ehemals ackerbaulich genutzten Flächen. Anhand bereits umgesetzter Maßnahmen erhielten die Studierenden Einblicke in unterschiedliche Ansätze der Grünlandentwicklung – von der gezielten Einsaat zur Entwicklung von mesophilem Grünland bis hin zur extensiven Beweidung. Praktisch wurde es dann bei der Mahdgutübertragung zur Wiederansiedlung des FFH-Lebensraumtyps der Pfeifengraswiesen. Dafür wurde gemeinsam Mahdgut von einem der artenreichsten Grünländer Niedersachsens auf eine geeignete Fläche übertragen. Die Studierenden konnten dabei selbst mit anpacken und unmittelbar erfahren, wie aus naturschutzfachlichen Konzepten konkrete Maßnahmen im Gelände werden.
Besonders eindrucksvoll waren außerdem mehrere kleine, nährstoffarme und kalkhaltige Stillgewässer mit Beständen von Armleuchteralgen. Solche Gewässer und ihre charakteristische Vegetation sind aufgrund von intensiver Landnutzung und Eutrophierung in Niedersachsen selten geworden. Die Exkursion bot den Studierenden damit die Gelegenheit, besondere Lebensräume und ihre Artenvielfalt unmittelbar vor Ort zu erleben und die Bedeutung gezielter Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen nachzuvollziehen.
Die Exkursion verband damit Inhalte aus der universitären Lehre mit praktischen Erfahrungen aus der Naturschutzarbeit. Seltene Lebensraumtypen, ihre Flora und Fauna sowie unterschiedliche Verfahren zur Entwicklung und Pflege von Biotopen konnten nicht nur theoretisch betrachtet, sondern direkt im Gelände untersucht und erlebt werden. Gerade diese Verbindung von fachlichem Wissen und praktischer Anwendung ermöglicht es, die Herausforderungen des Naturschutzes in ihrer ganzen Komplexität zu verstehen.
Wir bedanken uns herzlich bei Christoffer Zoch und dem Fachbereich Umwelt und Stadtgrün der Stadt Hannover für die Organisation der Exkursion, die fachliche Begleitung und den wertvollen Austausch vor Ort.