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Expertenworkshop und Tagung: Europäische Richtlinien für die Ingenieurbiologie

Expertenworkshop und Tagung: Europäische Richtlinien für die Ingenieurbiologie

Vom 28. bis 30. August 2008 fand an der Leibniz Universität Hannover ein internationaler Workshop mit anschießender Fachtagung zur Erarbeitung von Europäische Richtlinien in der Ingenieurbiologie und für deren Implementierung in den Gesetzeswerken der EU statt. Initiatoren der Veranstaltung waren die Europäische Föderation für Ingenieurbiologie (EFIB), die Gesellschaft für Ingenieurbiologie e.V. und das Lehr- und Forschungsgebiet Ingenieurbiologie am Institut für Umweltplanung.

Die Mitgliedsverbände der EFIB haben auf ihrer letzten Zusammenkunft in Almonte / Spanien im Herbst 2007 beschlossen, gemeinsam Europäische Richtlinien für die Ingenieurbiologie zu erarbeiten. Sie stehen unter dem Vorzeichen: Bedeutung und Herausforderungen der Ingenieurbiologie für Europa heute. Nach einem ersten diskutierten Vorschlag, sollten diese Richtlinien unter fünf Gesichtspunkten bearbeitet werden:

  1. Allgemeine Begriffe, Wirkungen von Pflanzenbeständen, erfolgreiche Vorgehensweisen,Möglichkeiten und Grenzen der Ingenieurbiologie
  2. Bemessungsgrundlagen für ingenieurbiologische Sicherungen,
    Qualifizierung und Quantifizierung der geotechnischen,
    hydrotechnischen und aerodynamischen Wirkungen von Pflanzenbeständen
  3. Ingenieurbiologische Bauweisen
  4. Entwicklung, Pflege und Unterhaltung von ingenieurbiologische Bauweisen
  5. Erfolgskontrolle in der Ingenieurbiologie

Da Anfang des Jahres 2007 das siebensprachige Handbuch der ingenieurbiologischen Bautypen als gemeinsame Publikation der EFIB erschienen ist, kann man den dritten Punkt der Richtlinien bereits als bearbeitet ansehen. Nun galt es von den Mitgliedern der EFIB die Aufgabe zu erfüllen, die Grundsätze der Ingenieurbiologie und die Erfahrungen mit dem späteren Umgang mit ingenieurbiologischen Arbeiten zusammenzutragen.

Die Ergebnisse des Workshops vom 28. August wurden in der fachöffentlichen Tagung am 29. August vorgetragen:

Arbeitsfeld 1 wurde von Prof. Dr. Eva Hacker (Leibniz Universität Hannover, Vorsitzende der Gesellschaft für Ingenieurbiologie e.V. und Präsidentin der EFIB) und Prof. Dr. Joao Fernandes (Universität Evora, Vorsitzender des portugiesischen Verbandes) moderiert.

Themengebiet 2 präsentierte Prof. Dipl.-Ing. Rolf Johannsen (Fachhochschule Erfurt, Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Ingenieurbiologie e.V.).

Dipl.-Ing. Rolf Studer (Vorsitzender des Schweizer Vereins für Ingenieurbiologie) stellte für den Themenkomplex 3 das Europäische Bautypen – Handbuch vor.

Die Vorstellung der Themen 4 und 5 übernahmen Prof. Dr. Florin Florineth (Universität für Bodenkultur Wien, Vorsitzender des österreichischen Verbandes für Ingenieurbiologie) und Dr. Fabio Palmeri (Büro Tecnovia Bozen, Vorstandsmitglied des italienischen Verbandes für Ingenieurbiologie).

Die Ergebnisse des Workshops und der Tagung werden von den Mitgliedern der EFIB aufbereitet und in Kürze der internationalen Fachöffentlichkeit und den EU-Gremien vorgestellt.

Am dritten Tag der Veranstaltung fand eine Exkursion in den Hochharz zu einem Bacheinzugsgebiet der Aller mit verschiedenen ingenieurbiologischen Hangsicherungen im Nationalparkgebiet unter der Leitung von Hans-Jürgen Kreuzkam (Niedersächsisches Forstamt Lauterberg) und Prof. Dr. Eva Hacker statt.
Hierbei ging es vor allem um das Thema Naturschutz und Trinkwasserschutz im Mittelgebirge unter fast alpinen Bedingungen (Starkregenereignisse und große Geröllfrachten), sowie um eine abschließende Besichtigung von Vergleichsbachtälern ohne bisherige Sicherungsmaßnahmen.