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Ingenieurbiologische Bauwoche 2019 auf Norderney

Instandsetzung der Buschlahnungen
Ernten des Strandhafers auf dem Pflanzacker
Halmstecklingsbesatz in den Schutzdünen
Begehung der renaturierten Salzwiese auf dem Ostheller Norderneys
Blick über Norderney von einem Aussichtspunkt in den Dünen während der Radexkursion
Die Exkursiongruppe auf dem Dach des Nationalparkhauses Watt Welten

Vom 18. bis 22. November 2019 fand die Exkursion nach Norderney statt, an der 33 Studierende teilnahmen. Das Lehr- und Forschungsgebiet Ingenieurbiologie des IUP führte die ingenieurbiologische Bauwoche in Kooperation mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) durch. Im Rahmen der Exkursion wurden die Themen Küstenschutz, Naturschutz und der Nationalpark Wattenmeer näher beleuchtet.

Im Vordergrund der Bauwoche stand ingenieurbiologisches Bauen und das Errichten von Küstenschutzmaßnahmen unter Anleitung von Mitarbeitern des NLWKN. Diese stellten die einzelnen Bauweisen und deren Wirkung vor. Daraufhin konnten die Studierenden diese selber umsetzen und so die Herausforderungen der Ingenieurbiologie im Küstenschutz erfahren. Im Süden der Insel wurde bei der Instandsetzung der Buschlahnungen im Deichvorland mitgewirkt. Um die Schutzdünen im Norden der Insel erhalten zu können, wurde hier der Strandhafer mithilfe des Halmstecklings-Besatzes von den Studierenden eingebracht. Zuvor konnten die Pflanzen dafür eigenständig auf dem auf Norderney einzigartigen Pflanzacker für Strandhafer unter Anleitung geerntet werden.

Als wichtige Biotope des Nationalparks Wattenmeer gelten die Salzwiesen. Bei einer Präsentation durch Herrn Linders (Planungsbüro Eco Plan) wurde dieser Biotoptyp vorgestellt und die Probleme, die die Kultivierung und Eindeichung dieses Lebensraumes mit sich gebracht haben. Dabei wurde die Notwendigkeit der Salzwiesen-Renaturierung aufgezeigt. Verschiedene Renaturierungsprojekte von Salzwiesen wurden vorgestellt und die unterschiedlichen Herausforderungen, die sich dabei an verschiedenen Standorten ergeben. Bei einer anschließenden Begehung konnten sich die Studierenden die renaturierten Salzwiesen auf dem Ostheller anschauen. Dies geschah unter der Leitung von Herrn Linders, dessen Planungsbüro im Jahr 2015 mithilfe ingenieurbiologischer Bauweisen die Renaturierungsarbeiten durchgeführt hatte. Hier konnten an einem praktischen Beispiel die theoretischen und vor allem praktischen Anforderungen diskutiert werden, die eine Salzwiesen-Renaturierung mit sich bringt, und es konnten die Entwicklungen und Erfolge begutachtet werden, die sich bereits wenige Jahre nach Beendigung der Baumaßnahmen auf einer renaturierten Salzwiese unter dynamischen Bedingungen einstellen können.

Bei einer Radexkursion mit der Nationalpark-Rangerin Frauke Gerlach wurde Norderney gemeinsam erkundet und Hotspots auf der Insel aufgesucht. Dabei wurde auch auf den Tourismus im Nationalpark eingegangen und darauf, welche Konflikte es im Nationalpark zwischen Naturschutz, Küstenschutz und Tourismus zu bewältigen gibt. Bei einer weiteren Radexkursion entlang des Westkopfes der Insel wurden von Svenja Wolf (IUP) die unterschiedlichen Küstenschutz-Maßnahmen und Bauweisen erläutert, die auf der Insel vorzufinden sind. Dabei wurden die lediglich mit Pflanzenbesatz geschützten Dünen, über den Lahnungsbau und den Deichbau bis hin zu den massiven durch Stein und Beton errichteten Schutzbauten im Westen der Insel näher betrachtet.

Bei einem Besuch im Nationalparkhaus „Watt Welten“ konnten die Studierenden das Gelernte in der interaktiven Ausstellung zum Weltnaturerbe Wattenmeer vertiefen und das Spannungsfeld im Nationalpark zwischen Naturschutz, Küstenschutz und Tourismus nochmals eigenständig aufarbeiten und miteinander diskutieren.

(Alle Fotos: Svenja Wolf)