Biodiversität von Niedermoor-Paludikulturen mit Schilf und Rohrkolben
| Leitung: | Dr. Felix Zitzmann |
| Team: | M.Sc. Lara Diekmann, Studierende und studentische Hilfskräfte |
| Jahr: | 2027 |
| Laufzeit: | 2023-2027 |
Um die Treibhausgasemissionen aus entwässerten Moorböden zu reduzieren sind umfangreiche Wiedervernässungsmaßnahmen erforderlich. Hierbei könnte Paludikulturen eine zentrale Rolle zukommen. Paludikultur umfasst die land- oder forstwirtschaftliche Nutzung nasser und wiedervernässter Moorstandorte und bringt somit Torferhalt und Produktion in Einklang.
In Paludikulturen werden Pflanzen angebaut, die an nasse Bedingungen angepasst sind. Auf Niedermoorböden sind dies u. a. Gewöhnliches Schilf Phragmites australis sowie die Rohrkolben-Arten Typha angustifolia und T. latifolia, deren Biomasse energetisch (Substrat in Biogasanlagen, Pellets, Briketts) oder stofflich (u. a. Dämmmaterial, Reet als Dachdeckmaterial) genutzt werden kann.
Durch die Etablierung von Niedermoor-Paludikulturen entstehen neuartige Lebensräume für die Tier- und Pflanzenwelt. Aktuell sind Paludikulturen mit Schilf oder Rohrkolben auf wenige Versuchsflächen beschränkt und es gibt kaum Untersuchungen zur Funktion und Qualität dieser Kulturen als Lebensraum für verschiedene Artengruppen.
Wir untersuchen daher auf Versuchsflächen in Niedersachsen, welche Bedeutung Niedermoor-Paludikulturen mit Schilf und Rohrkolben als Lebensraum für die Tier- und Pflanzenwelt aufweisen und wie diese Kulturen möglichst biodiversitätsfördernd angelegt und bewirtschaftet werden können. Neben freilandökologischen Untersuchungen durch wissenschaftliches Personal erfolgt eine Einbindung des Monitorings in die Lehre, sodass bereits mehrere Studienprojekte und Abschlussarbeiten im Rahmen dieses Projektes durchgeführt wurden.
Die Untersuchungen erfolgen auf Versuchsflächen, die im Rahmen des Verbundvorhabens „Produktketten aus Niedermoorbiomasse“ angelegt wurden, das durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) gefördert wurde.
Weitere Informationen zu diesem Forschungsvorhaben sind unter Produktketten aus Niedermoorbiomasse und unter Produktketten aus Niedermoor-Biomasse, Modul 4.1 Biodiversität zu finden.