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Naturschutz ist das Ziel - Landschaftsplanung die Umsetzung

Landschaftspflege strebt die Ordnung, den Schutz, die Pflege und die Entwicklung von Landschaften mit dem Ziel einer nachhaltig leistungsfähigen, für den Menschen gesunden und für die Erholung attraktiven Landschaft an. Sie soll Beeinträchtigungen in Landschaftshaushalt und Landschaftsbild verhindern und bereits eingetretene Beeinträchtigungen beseitigen, ausgleichen oder mildern. Heute wird Landschaftspflege vielfach enger gefasst und auf den Einsatz und die technische Durchführung von landschaftspflegenden Maßnahmen reduziert. Die Landschaftspflege im ursprünglichen Sinn wird daher oft als Landschaftsentwicklung oder Landschaftsplanung bezeichnet.

In Lehre und Forschung des Instituts steht der Naturschutz im Sinne des Bundesnaturschutzgesetzes im Mittelpunkt. Wie und mit welcher Priorität die menschlichen Lebensgrundlagen genutzt, geschützt, gepflegt und entwickelt werden sollen, ist auf der Grundlage legitimierter gesellschaftlicher Vereinbarungen zu entscheiden. Dazu müssen - ausgehend von ökologischen, sozio-ökonomischen, ästhetischen und kulturhistorischen Analysen - räumlich differenzierte, umsetzungsorientierte Ziele und Leitbilder entwickelt werden. Dies ist Aufgabe der Landschaftsplanung im umfassenden Sinne. Sie schließt den planerischen Teil aller der Landschaftsentwicklung dienenden Instrumente wie Umweltverträglichkeitsprüfung, Eingriffsregelung sowie Pflege- und Entwicklungsplanung mit ein, aber auch nicht gesetzlich geregelte Wege wie Kooperationsmodelle, Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit.

Landschaftsplanung im engeren Sinne ist ein Teil dieses umfassenden Arbeitsfeldes und bezeichnet die Planwerke nach dem 2. Abschnitt des Bundesnaturschutzgesetzes, also Landschaftsprogramm, Landschaftsrahmenplan und Landschaftsplan.

Wo liegen die inhaltlichen Schwerpunkte?

Im Institut werden verschiedene angewandte Arbeitsrichtungen verfolgt.
Gemeinsam ist ihnen der starke Planungsbezug:

  • Landschaftsplanung und Naturschutz 
    (Prof. Dr. Christina v. Haaren)
  • Naturschutz und Landschaftsökologie 
    (Prof. Dr. Michael Reich)
  • Vegetationsmanagement 
    (Prof. Dr. Rüdiger Prasse)
  • Ingenieurbiologie 
    (Prof. Dr. Eva Hacker)

Im Bereich Landschaftsplanung und Naturschutz sind Forschung und Lehre auf Inhalte, Methoden und Strategien der landschaftsplanerischen Planwerke, der Umweltverträglichkeitsprüfung und der Eingriffsregelung sowie auf die ökologische Ausrichtung der Bauleitplanung gerichtet.

Forschung und Lehre in der Arbeitsrichtung Naturschutz und Landschaftsökologie beziehen sich auf die Gefährdung und den Schutz von Arten, Populationen und Ökosystemen in ihrem landschaftlichen Kontext. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Förderung und Wiederherstellung dynamischer Prozesse und funktionaler Beziehungen.

Schwerpunkt im Fachgebiet Vegetationsmanagement ist der zielgerichtete Umgang mit Flora und Vegetation unter Natur- und Artenschutzaspekten. Dies beinhaltet sowohl populationsbiologische Grundlagenforschung im In- und Ausland als auch deren Verknüpfung mit landschaftsplanerischen Fragestellungen.

Die Ingenieurbiologie befasst sich mit dem differenzierten Pflanzeneinsatz bei verschiedenen technischen Aufgaben in unterschiedlichen Landschaften.

Da sich die Aufgabenfelder von Landschaftspflege und Naturschutz ständig erweitert haben, sind am Institut weitere Arbeitsrichtungen entstanden:

Im Bereich Natur- und Landschaftserleben, Erholungsplanung und Tourismus werden neue methodische Ansätze zur Erfassung und Bewertung des landschaftlichen Erlebnispotentials entwickelt und erprobt. Dabei müssen auch Wege abseits des allgemeinen Wissenschaftsverständnisses beschritten werden, um natur- und geisteswissenschaftliche Inhalte miteinander zu verbinden und die emotionale wie die psychische Seite menschlicher Sinneseindrücke und menschlichen Erlebens zu berücksichtigen. Die Bedürfnisse nach landschaftsbezogener Erholung sowie die Erholungspotentiale und Empfindlichkeiten der Landschaften werden erforscht. Die Suche nach Wegen zur Konfliktvermeidung und Konfliktlösung setzt auf die Beteiligung der unterschiedlichen Interessengruppen.

Seit einigen Jahren wird der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit im Naturschutz größere Beachtung geschenkt. Mittlerweile haben sie sich zu einem eigenem Forschungsfeld entwickelt. Hier werden beispielsweise die Präsenz von Umweltthemen in den Medien und die Einsatzmöglichkeiten der elektronischen Medien für eine interaktive Landschaftsplanung untersucht.

Wie die Belange eines umfassend verstandenen Naturschutzes zielgruppenorientiert und nachhaltig vermittelt werden können, ist Thema der Umweltbildung.

Computergestützte Methoden der Informationsverarbeitung und -vermittlung gewinnen in der Landschaftsplanung mit steigender Komplexität der Fragestellungen ständig an Bedeutung. Im Vordergrund steht dabei die Anwendung von Geo-Informationssystemen (GIS). Für die Umweltüberwachung (Monitoring) liefern Verfahren der Fernerkundung (Luft- und Satellitenbilder) die entscheidende Datengrundlage für den Aufbau von Geo-Informationssystemen.

Die den Aufgaben von Landschaftsplanung und Naturschutz angemessene fachliche Breite kann nicht ausschließlich aus den Institutsressourcen abgedeckt werden. Daher werden Forschungsprojekte zunehmend institutsübergreifend innerhalb der Fachgruppe Landschaft und interdisziplinär bearbeitet, z.B. mit Fachleuten aus Soziologie, Geschichte, Architektur, Gartenbau, Agrarwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und Bauingenieurwesen. Die eigenen Lehrangebote werden durch Lehraufträge ergänzt, etwa für Forstplanung, Naturschutz in der Verwaltung sowie Planungs- und Umweltrecht.