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Abteilung Landschaftspflege und Naturschutz

Naturschutz ist das Ziel – Landschaftsplanung die Umsetzung

Landschaftspflege strebt die Ordnung, den Schutz, die Pflege und die Entwicklung von Landschaften mit dem Ziel einer nachhaltig leistungsfähigen, für den Menschen gesunden und für die Erholung attraktiven Landschaft an. Sie soll Beeinträchtigungen in Landschaftshaushalt und Landschaftsbild verhindern und bereits eingetretene Beeinträchtigungen beseitigen, ausgleichen oder mildern. Heute wird Landschaftspflege vielfach enger gefasst und auf den Einsatz und die technische Durchführung von landschaftspflegenden Maßnahmen reduziert. Die Landschaftspflege im ursprünglichen Sinn wird daher oft als Landschaftsentwicklung oder Landschaftsplanung bezeichnet.

In Lehre und Forschung der Abteilung steht Naturschutz im Sinne des Bundes-Naturschutzgesetzes im Mittelpunkt. Wie und mit welcher Priorität die menschlichen Lebensgrundlagen genutzt, geschützt, gepflegt und entwickelt werden sollen, ist auf der Grundlage legitimierter gesellschaftlicher Vereinbarungen zu entscheiden. Dazu müssen – ausgehend von ökologischen, sozio-ökonomischen, ästhetischen und kulturhistorischen Analysen – räumlich differenzierte, umsetzungsorientierte Ziele und Leitbilder entwickelt werden. Dies ist Aufgabe der Landschaftsplanung im umfassenden Sinne. Sie schließt den planerischen Teil aller der Landschaftsentwicklung dienenden Instrumente wie Umweltverträglichkeitsprüfung, Eingriffsregelung sowie Pflege- und Entwicklungsplanung mit ein, aber auch nicht gesetzlich geregelte Wege wie Kooperationsmodelle, Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit.

Wo liegen die inhaltlichen Schwerpunkte?


In der Abteilung Landschaftspflege und Naturschutz werden verschiedene angewandte Arbeitsrichtungen verfolgt. Gemeinsam ist ihnen der starke Planungsbezug:

Drei außerordentlichen Professuren ergänzen dieses Spektrum:


Da sich die Aufgabenfelder von Landschaftspflege und Naturschutz ständig ausdehnen, sind in der Abteilung weitere Arbeitsrichtungen entstanden:

Im Bereich Natur- und Landschaftserleben, Erholungsplanung und Tourismus werden neue methodische Ansätze zur Erfassung und Bewertung des landschaftlichen Erlebnispotentials entwickelt und erprobt. Dabei müssen auch Wege abseits des allgemeinen Wissenschaftsverständnisses beschritten werden, um natur- und geisteswissenschaftliche Inhalte miteinander zu verbinden und die emotionale wie die psychische Seite menschlicher Sinneseindrücke und menschlichen Erlebens zu berücksichtigen. Die Bedürfnisse nach landschaftsbezogener Erholung sowie die Erholungspotentiale und Empfindlichkeiten der Landschaften werden erforscht. Die Suche nach Wegen zur Konfliktvermeidung und Konfliktlösung setzt auf die Beteiligung der unterschiedlichen Interessengruppen.

Seit einigen Jahren wird der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit im Naturschutz größere Beachtung geschenkt. Mittlerweile haben sie sich zu einem eigenem Forschungsfeld entwickelt. Hier werden beispielsweise die Präsenz von Umweltthemen in den Medien und die Einsatzmöglichkeiten der elektronischen Medien für eine interaktive Landschaftsplanung untersucht. Wie die Belange eines umfassend verstandenen Naturschutzes zielgruppenorientiert und nachhaltig vermittelt werden können, ist Thema der Umweltbildung.

Computergestützte Methoden der Informationsverarbeitung und -vermittlung haben in der Landschaftsplanung mit steigender Komplexität der Fragestellungen ständig an Bedeutung gewonnen. Im Vordergrund steht dabei die Anwendung von Geo-Informationssystemen (GIS). Für die Umweltüberwachung (Monitoring) liefern Verfahren der Fernerkundung (Luft- und Satellitenbilder) die entscheidende Datengrundlage für den Aufbau von Geo-Informationssystemen.


Die den Aufgaben von Landschaftsplanung und Naturschutz angemessene fachliche Breite kann nicht ausschließlich aus den Institutsressourcen abgedeckt werden. Daher werden Forschungsprojekte institutsübergreifend und interdisziplinär innerhalb der Fachgruppe Landschaft, der Leibniz Universität Hannover und gemeinsam mit externen Partnern bearbeitet, z.B. mit Fachleuten aus Soziologie, Geschichte, Architektur, Gartenbau, Agrarwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und Bauingenieurwesen. Die eigenen Lehrangebote werden durch Lehraufträge ergänzt, etwa für Forstplanung, Naturschutz in der Verwaltung sowie Planungs- und Umweltrecht.