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Förderpreis der Victor Rizkallah-Stiftung für Anna-Lena Vollheyde: „Natura-2000-Gebiete im Klimawandel“

„Projektion der Auswirkungen des Klimawandels auf Natura-2000-Gebiete und der Veränderung des Erhaltungszustandes von FFH-Lebensraumtypen am Beispiel der Stadtgemeinde Bremen“ lautet der vollständige Titel der Masterarbeit, für die Anna Lena Vollheyde am 16. Oktober 2020 als eine von fünf AbsolventInnen der LUH mit dem Förderpreis der Victor Rizkallah-Stiftung ausgezeichnet wurde. MIttlerweile ist die Arbeit in der institutseigenen Schriftenreihe als "Arbeitsmaterialien Band 63" veröffentlicht und steht zum Download bereit.

Die Victor Rizkallah-Stiftung geht auf die Initiative von Prof. Victor Rizkallah zurück, der von 1978 bis 2000 an der Leibniz Universität Hannover lehrte und forschte und ihr jetzt als Ehrenbürger verbunden ist. Ziel ist die Förderung wissenschaftlichen Nachwuchses.

Anna-Lena Vollheyde hatte sich in ihrer Masterarbeit zum Ziel gesetzt, das methodische Problem der Projektion von Auswirkungen des Klimawandels auf den Erhaltungszustand von empfindlichen FFH-Lebensraumtypen zu bearbeiten und damit die Grundlage für die Ableitung von Strategien und Maßnahmen zu schaffen, um die Lebensräume z. B. durch wasserbauliche Maßnahmen „klimasicher“ zu gestalten. Die Entwicklung der dazu notwendigen praxisgeeigneten Methode erforderte die derzeitige Datenbasis einzubeziehen. Dies setzte Anna-Lena Vollheyde am Beispiel der Stadtgemeinde Bremen um, deren Datenlage zumindest auf entsprechende Gebiete in Niedersachsen übertragbar ist, in ähnlicher Form aber ebenso in anderen Bundesländern vorliegt. Die Methode ist auch für andere Biotoptypen und in anderen Instrumenten des Naturschutzes einsetzbar. Damit ist die Arbeit bundesweit relevant.

Anna-Lena Vollheyde machte in einem ersten Teil der Arbeit vorhandene Methoden für die Fragestellung nutzbar, wie das zukünftige Bodenfeuchte-Regime und die generelle Entwicklung der Biotopwerte projiziert werden können. In einem innovativen und arbeitsintensiven zweiten Schritt entwickelte sie selbst eine Methode zur Modellierung der Entwicklung und Bewertung der Vollständigkeit des Arteninventars. Anschließend verglich sie die unterschiedlichen Zustände in drei Szenarien. Die Ergebnisse zeigen anschaulich, wie sich die hochschutzwürde Vegetation im Klimawandel verändern wird und die Flächenanteile schutzwürdiger Biotope zurückgehen werden.

Ein Vergleich der Ergebnisse mit bisherigen Experteneinschätzungen sowie der Vergleich der modellierten mit kartierten Ergebnissen für einen Referenzzeitraum in der Vergangenheit zeigt, dass hier eine valide Methode entwickelt wurde, die von hoher Relevanz für die Naturschutz, aber auch die zukünftige Wasserbaupraxis sein wird.

Die Masterarbeit wurde betreut von Prof. Dr. Christina von Haaren und Tim Wenzel. Sie ergänzt die Forschungsarbeiten im BMBF-geförderten Vorhaben „Kompensationsflächen-Management im Klimawandel – Anpassungsmaßnahmen im Bremer Feuchtgrünland zum Erhalt von Ökosystemleistungen und Empfehlungen für die Eingriffsregelung“, das noch bis März 2022 am IUP bearbeitet wird.