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Umweltleistungen sichtbar machen: Ein neuer Index erleichtert die Bewirtschaftung von Flüssen

Wo Flüsse, wie hier die Spree, noch Überschwemmungsgebiete aufweisen, werden Hochwasserwellen abgemildert. (Foto: Martin Pusch, IGB)
Der entwickelte Index „RESI“ zur Erfassung der Ökosystemleistungen wird in Karten visualisiert. Für jeden Abschnitt des Flusses und seiner Aue werden jeweils die aufgelisteten Ökosystemleistungen erfasst. (Grafik: Simone Podschun, IGB)

Als Teil unserer Umwelt werden Flüsse und Auen intensiv genutzt und bewirtschaftet. Bisher ließen sich die Leistungen, die sie dabei für den Menschen erbringen, nur schwer erfassen. Nun hat ein Team aus Forschenden und Praxispartnern einen Index entwickelt, mit dem Leistungen von Flusslandschaften übersichtlich abgebildet werden können.

Erstmals lassen sich so die Auswirkungen von Bau- und Bewirtschaftungsmaßnahmen fachübergreifend zusammenfassen. Mit dem River Ecosystem Service Index (RESI) können die Planungsprozesse der vielen am Hochwasser- und Gewässerschutz beteiligten Behörden effizienter gestaltet werden. Die Transparenz des Verfahrens erleichtert daneben auch Bürgerbeteiligungen und die Mitsprache von Umweltverbänden.

Ob Schifffahrt, Wasserkraft, Hochwasserschutz, Naturschutz, Erholung und Tourismus, Land- und Forstwirtschaft oder Siedlungsentwicklung: Flusslandschaften zählen zu den am intensivsten genutzten Landesteilen. Wegen dieser Vielfalt an Interessen und Vorschriften sind Bauprojekte und andere Planungen in Flusslandschaften oft komplex und langwierig. Um die damit verbundenen Abstimmungs- und Planungsprozesse zu erleichtern, haben die Forschenden des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) zusammen mit zehn Partnern das neue Verfahren entwickelt und es in einem Handbuch zusammengefasst. Der River Ecosystem Service Index (RESI) bewertet die Auswirkungen von Maßnahmen auf die Ökosystemleistungen für den Menschen anhand allgemein verfügbarer Umweltdaten.

Das Institut für Umweltplanung (IUP) der Leibniz Universität Hannover entwickelte dabei eine Bewertungsmethode für die Bereitstellung kultureller Ökosystemleistungen. Dazu wurden vier kulturelle Ökosystemleistungen aus internationalen Klassifikationen selektiert und für Flusslandschaften modifiziert: Landschaftsbild, Natur- und Kulturerbe, Möglichkeiten für wasserbezogene Aktivitäten (z.B. Baden oder Bootfahren) sowie für unspezifische Interaktionen mit der Flusslandschaft (z.B. Radfahren, Picknicken oder Naturbeobachtung in der Aue). Die Quantifizierung dieser kulturellen Ökosystemleistungen erfolgte über Indikatoren, die durch die Nutzung räumlicher Daten eine reproduzierbare Bewertung ermöglichen. In Kooperation mit dem Fachgebiet Landschaftsökonomie der Technischen Universität Berlin wurde zudem eine Befragung zur Nutzung und Wertschätzung von Fließgewässern in Deutschland durchgeführt.

Mehr Infos (Artikel 1 und Artikel 2)

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