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Band 60 der "Arbeitsmaterialien" erschienen: Spurensuche des Wiesenbaus in Südwestfalen – ein Beitrag zum Landschaft Lesen Lernen

Manche heutigen Grünland-Gebiete in Deutschland weisen eine mehr als hundertjährige Geschichte des „Wiesenbaus“ auf: Mit Hilfe eines komplexen Systems aus Be- und Entwässerungsanlagen sollten die Wiesenerträge zur Sicherung der Viehfütterung gesteigert werden. In Wiesenbauschulen, z. B. den ältesten in Siegen (Südwestfalen) und Suderburg (Niedersachsen), wurden seit dem 19. Jahrhundert „Wiesenbaumeister“ ausgebildet, die diese „Kunstwiesen“ und „Weidekämpe“ planten und anlegten.

Hanna Bümmerstede untersuchte in ihrer Masterarbeit am Beispiel des Wendener Landes in Südwestfalen, welche Spuren des Wiesenbaus heute noch in der Landschaft wahrnehmbar sind und welche Geschichten sie erzählen. Hierzu wertete sie historische Akten und Pläne aus und überprüfte sie im Gelände. Anhand von historischen Fotografien und Interviews in der älteren Bevölkerung belegt die Autorin, welche zentrale Bedeutung Wiesenbau und Wiesenwirtschaft im Wendener Land bis in die 1960er Jahre hatten und wie viele Lebensbereiche davon berührt waren.

Viele Gräben, Wehre und weitere wiesenbauliche Anlagen sind mittlerweile verfallen, überformt oder entfernt worden. Dennoch konnten Bereiche und Zusammenhänge entdeckt werden, an denen sich Spuren der wiesenbaulichen Maßnahmen heute, knapp hundert Jahre nach der Blütezeit des Wiesenbaus, in der Landschaft wahrnehmen und erklären lassen – ein spannendes Stück Kulturgeschichte.

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