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Eine naturverträgliche Energiewende ist möglich. Bundes-Umweltministerin Hendricks stellte Kriterien zum naturverträglichen Ausbau Erneuerbarer Energien vor

Den wissenschaftlichen Rahmen bildete die Ergebnispräsentation des Forschungsprojektes „Naturverträgliche Energieversorgung aus 100 % Erneuerbaren Energien 2050“ der Leibniz Universität Hannover. Das Vorhaben wurde als F+E durch das Bundesamt für Naturschutz im Rahmen des Schwerpunktes „Naturschutz und Erneuerbare Energien“ gefördert.

Eine vollständige Versorgung mit Strom aus erneuerbaren Energien im Jahr 2050 ist danach möglich – auch ohne erhebliche Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft. Allerdings erfordert dies ambitionierte politische Rahmensetzungen für die Planung des Energiesystems und eine schnelle Umsetzung energietechnischer Innovationen.

 
Abb. 1: Bundes-Umweltministerin Barbara Hendricks stellte Kriterien zum naturverträglichen Ausbau Erneuerbarer Energien vor.
Abb. 2: Prof. Dr. Christina von Haaren präsentierte im Anschluss die Ergebnisse des Forschungsprojektes.

Abb. 3: Der Vortrag wurde abschließend auf dem Podium diskutiert.
Von links nach rechts: Prof. Dr. Hubert Weiger (Vorsitzender des BUND Deutschland), Dr. Fritz Brickwedde (Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energien), Prof. Dr. Christina von Haaren (IUP), Prof. Dr. Beate Jessel (Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz), Holger Matthiesen (Geschäftsführer der E.ON Climate&Renewables Service GmbH). Moderation: Dr. Elsa Nickel (Leiterin der Abteilung Naturschutz und nachhaltige Naturnutzung im BMUB)

 

BMUB-Pressedienst Nr. 219/17 Berlin, 23. Juni 2017

Gemeinsame Pressemitteilung mit dem Bundesamt für Naturschutz
Hendricks: Eine naturverträgliche Energiewende ist möglich

Eine komplett erneuerbare Energieversorgung in Deutschland ist im Einklang mit der Natur möglich. Damit das gelingt, müssen fünf Leitlinien beachtet werden, die Bundes-Umweltministerin Dr. Barbara Hendricks heute in Berlin vorgestellt hat. Zu den zentralen Elementen gehören ambitionierte Effizienzmaßnahmen und ein stärkerer Ausbau gebäudenaher Anlagen wie Solarmodulen auf Dächern und Fassaden oder Wärmepumpen.

Hendricks: „Ohne eine weltweite Energiewende können wir die biologische Vielfalt nicht erhalten. Aber auch die Energiewende ist nur dann wirklich nachhaltig, wenn sie im Einklang mit der Natur gelingt. Entscheidend für eine naturverträgliche Energiewende ist, dass wir sparsamer mit Energie umgehen, auch wenn sie in Zukunft 100 Prozent erneuerbar ist. Denn wir haben zwar unbegrenzt Wind und Sonne, aber die naturverträglichen Möglichkeiten, die Anlagen aufzustellen, bleiben begrenzt. Außerdem sollten wir beim weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien verstärkt die Gebäude nutzen und Solarenergie vor allem auf Dächern und Fassaden gewinnen.“

Weitere Elemente eines naturverträglichen Ausbaus sind ein schonender und standortoptimierter Ausbau der Windenergie an Land und See, die Gewinnung von Biomasse aus Rest- und Abfallstoffen sowie eine naturverträgliche Nutzung der Wasserkraft. Diese Leitlinien werden auch bisher schon zunehmend bei der Energiewende berücksichtigt, müssen aber für die weitere Entwicklung hin zu einer komplett erneuerbaren Energieversorgung in den nächsten Jahrzehnten noch stärker verankert werden.

Die fünf Leitlinien wurden hergeleitet aus den Forschungsarbeiten des Bundesamtes für Naturschutz zum Thema „Naturschutz und Erneuerbare Energien“. Diskutiert wird der Forschungsstand heute auf einer Tagung im Bundesumweltministerium in Berlin zur „Naturverträglichen Energiewende 2050“.

BfN-Präsidentin Beate Jessel: „Eine naturverträgliche Energieversorgung 2050 ist möglich. erfordert allerdings große Kraftanstrengungen. Mit den Weichenstellungen für 2050 muss daher schon heute begonnen werden. Dabei brauchen wir nicht nur ein ‚Mehr’ an übergreifender, auch über Verwaltungs- und Ländergrenzen ansetzender Steuerung. Wichtig ist auch, einen gesellschaftlichen und politischen Diskussionsprozess über die naturverträgliche Ausgestaltung der Energiewende in Gang zu setzen. Damit ein naturverträglicher Klimaschutzes gelingt, wollen wir, unsere Forschung in diesem Bereich fortsetzen und konkrete Vorschläge erarbeiten.“

Bei der heutigen Tagung werden auch erste Ergebnisse einer Studie diskutiert, die derzeit im Auftrag von BMUB und BfN erarbeitet wird. Die Studienautoren am Institut für Umweltplanung der Universität Hannover zeigen darin, unter welchen Bedingungen eine naturverträgliche erneuerbare Energieversorgung 2050 möglich ist. Dabei wird mit rückblickenden Szenarien ausgehend vom Jahr 2050 gearbeitet, die mit großen Unsicherheiten behaftet sind und keinesfalls Prognosen darstellen. Sie können aber dazu dienen, möglichst naturverträgliche Handlungsoptionen zur Vollendung der Energiewende aufzuzeigen.

Die „Fünf Punkte für eine naturverträgliche Energiewende“ von BMUB und BfN:
www.bmub.bund.de/N54259
.

Die Zwischenergebnisse des Forschungsprojekts am IUP:
www.natur-und-erneuerbare.de/aktuelles