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Umnutzung landwirtschaftlicher Altgebäude und Hofanlagen als Beitrag zur Vitalisierung der Ortskerne

Leitung:Prof. Dr.-Ing. Winrich Voß, Geodätisches Institut (GIH, Lehrgebiet Flächen- und Immobilienmanagement), Leibniz Universität Hannover
Bearbeitung:Prof. Dr. Eckard Güldenberg, Dipl.-Ing. Roswitha Kirsch-Stracke, Dipl.-Ing. Melanie Ottenberg (IUP); Prof. Dr. Winrich Voß, Dipl.-Ing. Nina Streibel (GIH); Dipl.-Ing. Andreas Jürgens (Institut für Entwerfen, Städtebau und Regionale Architektur)
Laufzeit:September 2008 - August 2010
Förderung durch:Land Niedersachsen über Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung


Hintergrund und Ziel

Viele Dörfer in Niedersachsen leiden unter Bevölkerungsverlust und Abwanderung vor allem junger Menschen. In der Folge fallen Gebäude leer, Schulen, Dorfläden, Bank- und Postfilialen werden geschlossen. Dem Leerstand landwirtschaftlicher Hofanlagen steht häufig eine Erschließung neuer Siedlungsflächen an den Ortsrändern gegenüber. Durch die Entleerung der Ortskerne schwindet die Vielfalt an Dorfbildern und dörflichen Strukturen. Wie können aufgegebene landwirtschaftliche Hofanlagen zur Belebung der Ortskerne genutzt werden?

Ziel war es, Handlungsempfehlungen für die Akteure der Dorfentwicklung und Anregungen für die zukünftige Ausgestaltung des niedersächsischen Dorferneuerungsprogramms zu erarbeiten. Über Planerforen und Dörferforen stand das interdisziplinäre Forschungsteam im Austausch mit der Praxis: mit den Planungsbüros, die die Dorfentwicklungen für zwölf Modelldörfer in unterschiedlichen Regionen Niedersachsens begleiten, mit den zuständigen Kommunen und Ortsvertretern sowie mit den Behörden für Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaften (GLLs).


Ergebnisse

Die Ergebnisse der Arbeit in Form von Handlungsempfehlungen für die Landesebene, die regionale und die lokale Ebene basieren auf der Untersuchung umnutzungsrelevanter Rahmenbedingungen, die unter anderem anhand gelungener Umnutzungsprojekte herausgearbeitet wurden.

Auf lokaler Ebene werden drei unterschiedliche Entwicklungsstrategien - Kontrolliertes Wachstum, Stabilisierung oder Anpassung - vorgeschlagen, um die Leerstandsproblematik mittelfristig positiv zu beeinflussen. Weiterhin sind Maßnahmen und Instrumente zur Förderung von Umnutzungen formuliert, und zwar in den Bereichen Finanzierung, Partizipation, Planung und Projektmanagement. So wird empfohlen, die beschränkten finanziellen Fördermöglichkeiten auf Aktivzonen zu konzentrieren und dort auch für Rückbaumaßnahmen einzusetzen. Neue Projekte verlangen die gezielte Ansprache unterschiedlicher Umnutzergruppen und deren organisatorische Unterstützung, z.B. durch individuelle Beratung und allgemeine Marketingmaßnahmen. Darüber hinaus spielen planerische und rechtliche Instrumente eine bedeutende Rolle. So geht es auf Landesebene zum einen darum, die Datengrundlage für die Planung in der Dorfentwicklung durch eine einheitliche Leerstandserfassung zu verbessern, zum anderen gilt es, planungs- und bauordnungsrechtliche Hemmnisse für Umnutzungen abzubauen. Die bisher noch überwiegend auf Gestaltungsmaßnahmen ausgelegte Dorferneuerungsplanung ist deutlich stärker auf das Beseitigen struktureller Probleme wie Leerstände auszurichten.

In den zwölf Modelldörfern wurde durch das Modellprojekt ein Umdenken im Hinblick auf Themen wie Innenentwicklung und Umnutzung initiiert. Die dort zuständigen Planungsteams und Kommunen sind weiterhin in Arbeitsgruppen aktiv, so dass eine Erprobung der Ergebnisse aus der wissenschaftlichen Begleitforschung zukünftig in der Praxis erfolgen kann.

Eines der untersuchten Beste-Praxis-Beispiele:
Der UNSA-Hof in Leiferde bei Gifhorn vor...


...und nach der Umnutzung zum Frauenwirtschaftshof

Publikationen

Voß, Winrich; Güldenberg, Eckart; Jürgens, Andreas; Kirsch-Stracke, Roswitha; Streibel, Nina & Mitarb. (2010): Umnutzung landwirtschaftlicher Altgebäude und Hofanlagen als Beitrag zur Vitalisierung der Ortskerne.

Niedersächisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung. 273 S. + Anhang.
Abschlussbericht (vollständige Fassung, 9 MB)

Voß, Winrich; Güldenberg, Eckart; Kirsch-Stracke, Roswitha & Streibel, Nina (2011): Dörfer im Schrumpfungsprozess – Handlungsempfehlungen für die Dorfentwicklung und den Umgang mit Gebäudeleerständen.

In: fub – Flächenmanagement und Bodenordnung 73 (4): 165-171.

Güldenberg, Eckart; Kirsch-Stracke, Roswitha & Voß, Winrich (2012): Strategien für den Umbau ländlicher Siedlungen.

In: Informationskreis für Raumplanung e.V. (IfR): RaumPlanung – Fachzeitschrift für räumliche Planung und Forschung 160 (Ländlicher Raum): 20-24.

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