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Frauen in den Anfängen des Naturschutzes

Leitung:Dipl.-Ing. Roswitha Kirsch-Stracke
Bearbeitung:Dipl.-Ing. Marlies Dittberner, Dagmar Krüger
Laufzeit:1997
Förderung durch:Senatspool für frauenspezifische Belange der Universität Hannover

Kurzbeschreibung:

Forschungen zur Geschichtsschreibung des Naturschutzes und zur Lebenssituation von Frauen Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts rahmen fünf Biografien früher Naturschützerinnen ein: Lina Hähnle (1851-1941), Gründerin des Bundes für Vogelschutz; Margarete Ida Boie (1880-1946), Schriftstellerin und besonders engagiert für einen 'sanften Tourismus' auf den Nordseeinseln; Theda Behme (1877-1961), Journalistin und Fotografin, engagiert gegen die 'Verunstaltung der Landschaft durch Außenreklame'; Elisabeth Rudorff (1879-1963), Streiterin für die Unterschutzstellung des Iths; Margot Büttner (1900-1987), Mitbegründerin des Volksbundes Naturschutz.
Im Rahmen des Projekts wurde eine Posterausstellung erarbeitet.

Projektbeschreibung:

Den bürgerlichen Frauen im Kaiserreich boten sich durch das herrschende Rollenverständnis wenig Möglichkeiten, Natur zu erleben. Nach dem Ersten Weltkrieg trat langsam ein Wandel ein: Frauen eroberten sich zunehmend den öffentlichen Raum, Politik und Wissenschaft und die Landschaft. Die Rahmenbedingungen für ein öffentliches Engagement von Frauen und Männern unterschieden sich jedoch weiterhin, sie erschwerten Frauen die individuelle Entscheidung für ein außerfamiliäres Engagement und beeinflussten auch die Personalpolitik im Naturschutz. Trotzdem waren Naturschützerinnen in der Zeit von 1900 bis 1933 überall zu finden: Ihr Anteil in Naturschutzvereinen war eher gering, da es sich zum Großteil um berufsbezogene Zusammenschlüsse handelte. Zwei Vereine zeichneten sich jedoch durch ihre bewusste Ausrichtung auf breite Bevölkerungsschichten und damit auch auf Frauen aus: Der Bund für Vogelschutz von 1899 (BfV; heute NABU): Sein Vorstand setzte sich aus weiblichen und männlichen Mitgliedern zusammen, und 40 % der örtlichen Gruppen wurden von Frauen geleitet. Der Volksbund Naturschutz von 1922: Ihm gehörten seit seiner Gründung zahlreiche weibliche Mitglieder an. Auffallend ist ihr hoher Anteil unter den Teilnehmerinnen der Deutschen Naturschutztage. Im staatlichen Naturschutz herrschte eine noch stärkere Orientierung an beruflicher Qualifikation und politischer Position vor. Auf leitenden oder wissenschaftlichen Stellen waren Frauen kaum vertreten. Aber als Sekretärinnen, Bibliothekarinnen oder als nichtwissenschaftliche Hilfskräfte waren sie zum Teil enge Mitarbeiterinnen der Geschäftsführer bzw. Kommissare der amtlichen Stellen. Aufgrund der eingeschränkten Möglichkeiten eines beruflichen Engagements im Naturschutz suchten sich Frauen ihren Weg außerhalb vorgegebener Strukturen und setzten sich beispielsweise als Schriftstellerinnen oder Malerinnen für den Naturschutz ein. Andere handelten als Privatpersonen, dann zumeist mit konkretem räumlichen Bezug. Die Biografien der fünf frühen Naturschützerinnen stehen exemplarisch für viele noch unbekannte - angesichts ihres Engagements werden Wertsetzung und Auswahl der bisherigen Geschichtsschreibung im Naturschutz fragwürdig. Der hundertjährige Erfahrungsschatz im Naturschutz kann besser genutzt werden als bisher – durch die Aufarbeitung der Geschichte der aktiven Männer UND Frauen. Ihre unterschiedlichen Erfahrungen prägten ihr Verständnis von Naturschutz und bestimmten Inhalte und Ausrichtung.

Zur Ausstellung

 

 

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