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Insekten beleben Moore – Förderung der Insektenvielfalt auf Hochmoorflächen nach Beendigung des Torfabbaus durch Schaffung geeigneter Lebensraum-Strukturen (InsMoor)

Leitung:Prof. Dr. Michael Reich
Bearbeitung:M.Sc. Lotta Zoch, M.Sc. Amanda Grobe
Laufzeit:Juli 2020 - Juni 2026
Förderung durch:Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), Bundesprogramm Biologische Vielfalt
Bild Insekten beleben Moore – Förderung der Insektenvielfalt auf Hochmoorflächen nach Beendigung des Torfabbaus durch Schaffung geeigneter Lebensraum-Strukturen (InsMoor)

Hochmoore sind von großer Bedeutung für den Arten- und Klimaschutz. Wenn diese Flächen entwässert werden und Torf abgebaut wird, bleiben nach dem Abbau große, homogene und weitgehend vegetationsfreie Flächen zurück. Auch nach der Wiedervernässung bilden sich auf den strukturarmen Flächen überwiegend artenarme und nahezu blütenfreie, oft über Jahrzehnte stabile Lebensräume mit einer sehr armen Insektenfauna aus. Damit bleiben auf großer Fläche eigentlich hervorragende Potenziale (Nährstoffarmut, keine konkurrierende Nutzung) zur Förderung von Insekten ungenutzt. 

Ziel des Verbundvorhabens ist es, die Lebensbedingungen für Insekten auf stark degradierten Hochmoorstandorten erheblich und dauerhaft zu verbessern. Durch die Schaffung geeigneter Mikrohabitate und das gezielte Einbringen von Initialpflanzen aus lokalem Spendermaterial sollen ehemalige Abtorfungsflächen im Naturschutzgebiet "Totes Moor" bei Hannover beispielhaft entwickelt werden. Hier werden in sechs Jahren Projektlaufzeit auf Flächen mit unterschiedlichen Standortbedingungen Maßnahmen zur Entwicklung insektenfreundlicher Habitatstrukturen erprobt und die dort gewonnen Erfahrungen dann großflächig umgesetzt. Auf diese Weise soll die Besiedlung durch typische Insektenarten der Hochmoore gefördert und deren Bestände langfristig gestärkt werden. 

Die Region Hannover (Untere Naturschutzbehörde) ist als Projektpartner für die Umsetzung der Maßnahmen zuständig. Die Entwicklung der Maßnahmenflächen wird vom Institut für Umweltplanung fortlaufend evaluiert. Dazu werden die Bestandsentwicklung ausgewählter Zielarten verschiedener Insektengruppen (Käfer, Libellen, Tagfalter, Heuschrecken, Ameisen) untersucht sowie die Entwicklung der Vegetation und der abiotischen Bedingungen auf den Flächen beobachtet.  
Auch die projektbegleitende Öffentlichkeitsarbeit wird vom Institut für Umweltplanung evaluiert. Die Arbeiten finden von Beginn an in enger Zusammenarbeit mit den Projektpartnern der Region Hannover statt, um die Zwischenergebnisse umgehend in die weitere Maßnahmenumsetzung einfließen lassen zu können.  

Links: Torfabbaufläche, die durch Maßnahmen entwickelt werden soll (Foto: L. Zoch);
mitte: Pflanzung von Stecklingen (Foto: J. Schneider); rechts: Gepflanzte Glockenheide (Erica tetralix) nach einem Jahr auf einer Renaturierungsfläche (Foto: J. Schneider).

Das Große Wiesenvögelchen (Coenonympha tulli), und die Nordische Moosjungfer (Leucorrhinia rubicunda) gehören zu den typischen Hochmoorinsekten, die durch das Projekt gefördert werden sollen (Fotos: Ch. Lange-Kabitz und L. Zoch).

 

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