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Auswirkungen großflächiger Torfmooskultivierung nach Schwarztorf-Abbau auf Biodiversität und Treibhausgasfreisetzung (MoosKult)

Leitung:Prof. Dr. Michael Reich, Dr. Martha Graf (bis September 2018)
Bearbeitung:M.Sc. Meike Lemmer (bis März 2017), M.Sc. Amanda Grobe (ab März 2017), M.Sc. Lotta Zoch
Laufzeit:Oktober 2016 - September 2019
Förderung durch:Deutsche Bundesstiftung Umwelt


Kurzbeschreibung:


Hochmoore sind einzigartige Ökosysteme mit einer hoch spezialisierten Flora und Fauna. Mit ihren wassergesättigten Torfkörpern stellen sie zudem wichtige Kohlenstoffspeicher dar. Durch Entwässerung und in der Folge landwirtschaftliche Nutzung oder Torfabbau wurden diese Funktionen vielerorts erheblich gestört. Trockengefallene Hochmoorböden stellen heute eine große Treibhausgasquelle dar. Um dort Treibhausgasemissionen zu reduzieren und neuen Lebensraum für gefährdete Pflanzen- und Tierarten zu schaffen, wird Torfmooskultivierung als nachhaltige Bewirtschaftung diskutiert. Sie stellt derzeit die einzige Nutzungsmöglichkeit von Hochmooren unter naturnahen hydrologischen und damit torferhaltenden, klimafreundlichen Bedingungen dar. Eine großflächige Torfmooskultivierung könnte daher zukünftig ökonomische und ökologische Ziele vereinen: Zum einen könnten Torfmoose eine nachhaltige Alternative zur Nutzung von Torf für die Substratherstellung darstellen. Zum anderen könnten die Kultivierungsflächen gefährdeten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum bieten und einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Die beiden Forschungsvorhaben KlimDivMoos und MoosKult stellen einen Forschungsverbund dar, der vom Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gemeinsam gefördert wird. Ziel dieses Forschungsverbundes ist es, die Potenziale der Torfmooskultivierung sowohl für die Förderung der Biodiversität in niedersächsischen Mooren als auch für den Klimaschutz zu ermitteln. In Kooperation mit der Firma Klasmann-Deilmann GmbH wird auf insgesamt 10 ha Moorfläche die Wirtschaftlichkeit einer großflächigen Torfmooskultivierung geprüft. Hierfür wurden ehemalige Torfgewinnungsflächen auf Schwarztorf mit Torfmoosen von geeigneten Spenderflächen beimpft. Am Institut für Umweltplanung werden diese Kultivierungsflächen auf ihre Lebensraumeignung für die hoch spezialisierte Flora und Fauna von Hochmooren, die Eignung verschiedener Torfmoose für die Kultivierung und die Auswirkungen der Torfmoosentnahme auf die Spenderflächen untersucht. Das Thünen-Institut Braunschweig (Leitung: Dr. Bärbel Tiemeyer) untersucht als weiterer Kooperationspartner inwieweit Torfmooskultivierung eine klimaschonende Folgenutzung von Abtorfungsflächen in Niedersachsen darstellt und welchen Beitrag zum Klimaschutz sie damit leisten kann.

Unterstützt wird der Forschungsverbund durch den Landkreis Emsland, die Stadt Papenburg, das 3N-Kompetenzzentrum und das Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems.

 
Ausbringung der Torfmoose auf die Kultivierungsfläche 'Drenth'


Beginnendes Wachstum der Torfmoose auf der Kultivierungsfläche


Monitoring des Mooswachstums auf der Kultivierungsfläche


Arktische Smaragdlibelle (Somatochlora arctica) im Wilden Moor bei Papenburg

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