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Valuing Cultural Ecosystem Services in Germany

Leitung:Prof. Dr. Christina von Haaren, Dr. Christian Albert
Bearbeitung:M.Sc. Johannes Hermes
Laufzeit:November 2013 - April 2017
Förderung durch:Bundesamt für Naturschutz (BfN)
Bild Valuing Cultural Ecosystem Services in Germany

 

Cultural ecosystem services (CES) are the services of nature and landscapes that generate positive effects on human well-being, e.g. through recreation, interaction with nature and landscapes, and aesthetic experiences, among other things. Various individual and societal benefits can be derived from them, which is why they are an important field of action for spatial planning and policy. It is particularly problematic that a constantly growing demand for these services is opposed by a continuous loss of the capacity of landscapes to provide such services and a simultaneous lack of substitutability. However, suitable indicators and methods for mapping and evaluating these services at the national level, which could usefully support spatial planning and policy advice with regard to better consideration of CES, are still lacking. The aim of this project was therefore to develop suitable indicators as well as a method for the nationwide mapping and evaluation of CES for recreation, especially for leisure and weekend recreation, and to apply them nationwide. The method ought to be based on physical parameters that can quantify the natural conditions and capacities for the provision of CES and that can be integrated in a monitoring system.

 The basis for the development was a literature study on existing methods and indicators for mapping and evaluating CES. The applicability of these methods and indicators on the national level as well as the availability of necessary data were examined. Based on this, a second step was to develop and apply a method for the nationwide mapping of the landscape’s capacity to provide CES, the relevant recreational infrastructures as well as their accessibility. At the same time, a representative empirical study was conducted. On the one hand, questions were asked about the behaviour during leisure and weekend recreation and the actual use of landscapes and their elements, from which frequencies of recreational activities and preferences of the respondents could be derived. On the other hand, a choice experiment was carried out in which the respondents stated their preferences directly by deciding for or against different alternatives with hypothetical changes in their recreational landscape. Both parts served on the one hand to validate the selected parameters of the spatial analysis and on the other hand to provide a supplementary economic valuation. In the fourth step, we attempted to model the utilization of CES.

Four core results were achieved with the spatial analysis. (1) A national assessment of the aesthetic quality of the landscape as a backdrop and scenery for recreational activities, (2) an assessment of the landscape recreational quality as the offered CES for recreational activities, (3) a spatial assessment of the utilization pressure on the landscape, which expresses the hypothetical demand and takes into account the accessibility of potential recreational landscapes and the population density, and (4) a juxtaposing of offered CES and utilization pressure, from which congruencies and discrepancies between offered CES and demand can be derived. The empirical study provided nationwide representative data on participation rates and frequencies of leisure and weekend recreation, on preferences for landscape attributes and corresponding activities, as well as economic values of marginal changes in recreational landscapes in the sense of willingness to pay. The developed approach for modelling the utilization of landscapes for recreational purposes is promising, but still requires further empirical underpinning and further development. Finally, application possibilities for the mapping results were highlighted. They are aimed in particular at large-scale planning, for example in the course of the expansion of the electricity grid or of transport infrastructure, but can also provide initial indications for smaller-scale planning.

Bewertung kultureller Ökosystemleistungen in Deutschland

Als kulturelle Ökosystemleistungen (KÖSL) werden die Leistungen von Natur und Landschaft mit Wirkung u. a. auf Erholung, Landschaftserleben und -ästhetik bezeichnet. Aus ihnen können verschiedene individuelle sowie gesamtgesellschaftliche Nutzen gezogen werden, was sie zu einem wichtigen Handlungsfeld für räumliche Planung und Politik macht. Besonders problematisch ist, dass einem stetig wachsenden Bedarf nach diesen Leistungen ein kontinuierlicher Verlust der Leistungsfähigkeit der Landschaft bei gleichzeitig mangelnder Substituierbarkeit gegenüber steht. Geeignete Indikatoren und Methoden zur Erfassung und Bewertung dieser Leistungen auf der nationalen Ebene, die die räumliche Planung und Politikberatung sinnvoll hinsichtlich einer besseren Berücksichtigung von KÖSL unterstützen könnten, fehlen jedoch bisher. Ziel des Vorhabens war es daher, landschaftliche und ökonomische Indikatoren sowie eine Methode für die deutschlandweite, flächendeckende Erfassung und Bewertung von KÖSL für Erholung und Freizeit, insbesondere für die Feierabend- und Wochenenderholung zu entwickeln und bundesweit anzuwenden. Die Methode sollte auf physischen Parametern beruhen, die die naturräumlichen Voraussetzungen für die Bereitstellung von KÖSL quantifizieren können und die über Monitoring bilanzierbar sind.

Grundlage für die Entwicklung war eine Literaturstudie zu bestehenden Methoden und Indikatoren zur Erfassung und Bewertung von KÖSL. Die Anwendbarkeit dieser Methoden und Indikatoren auf nationaler Ebene sowie die Verfügbarkeit notwendiger Datengrundlagen wurden überprüft. Darauf aufbauend wurde im zweiten Schritt ein Konzept für die deutschlandweit flächendeckende Erfassung und kartographische Darstellung des landschaftlichen Dargebots an KÖSL, der relevanten Erholungsinfrastrukturen sowie der Erreichbarkeit entwickelt und angewendet. Parallel dazu wurde im dritten Schritt eine deutschlandweit repräsentative, empirische Studie durchgeführt. Zum einen wurden darin Fragen nach dem Verhalten bei der Feierabend- und Wochenenderholung bzw. der tatsächlichen Nutzung von Landschaften und deren Elementen gestellt, aus denen Häufigkeiten von Erholungsaktivitäten und Präferenzen der Befragten abgeleitet werden konnten. Zum anderen wurde ein Choice-Experiment durchgeführt, bei dem die Befragten ihre Präferenzen direkt kundgetan haben, indem sie sich für oder gegen verschiedene Auswahlalternativen mit hypothetischen Veränderungen ihrer Erholungslandschaft entschieden haben. Beide Teile dienten einerseits der Validierung der gewählten Parameter der räumlichen Bewertung und andererseits einer ergänzenden ökonomischen Bewertung. Im vierten Schritt wurde abschließend der Versuch unternommen, eine Modellierung der Inanspruchnahme von KÖSL durchzuführen.

Im Rahmen der Räumlichen Analyse wurden vier Kernergebnisse erzielt. (1) Eine bundesweit flächendeckende Bewertung der ästhetischen Qualität der Landschaft als Kulisse für Erholungsaktivitäten, (2) eine Bewertung der erholungsrelevanten Landschaftsqualität als Dargebot für Erholungsaktivitäten, (3) eine räumliche Erfassung des Nutzungsdrucks auf die Landschaft, die die Erreichbarkeit potentieller Erholungslandschaften und die Bevölkerungsdichte berücksichtigt, sowie (4) eine Überlagerung von Dargebot und Nutzungsdruck, die die hypothetische Nachfrage ausdrückt und aus der sich Diskrepanzen zwischen Dargebot und Nachfrage ableiten lassen. Im Rahmen der empirischen Erhebung wurden bundesweit repräsentative Daten zu Teilnahmequoten, und Häufigkeiten der Feierabend und Wochenenderholung, zu landschaftlichen Präferenzen bei entsprechenden Aktivitäten, sowie ökonomische Werte marginaler Änderungen von Erholungslandschaften im Sinne einer Zahlungsbereitschaft ermittelt. Der Entwickelte Ansatz zur Modellierung der Inanspruchnahme von Landschaften für die Erholungsnutzung ist zwar vielversprechend, bedarf jedoch noch der weiteren empirischen Unterfütterung und Weiterentwicklung. Zuletzt wurden Anwendungsmöglichkeiten für die Bewertungsergebnisse aufgezeigt. Sie richten sich insbesondere an großräumige Planungen etwa im Zuge des Stromnetz- und Verkehrswegeausbaus, können aber auch für kleinräumigere Planungen erste Hinweise liefern.

Publikationen

Albert, Christian; Hermes, Johannes; Barkmann, Jan; Schmücker, Dirk & Haaren, Christina v. (2015): Erfassung und Bewertung von kulturellen Ökosystemleistungen in Deutschland. Ein Forschungsprojekt mit Fokus auf Feierabend- und Wochenenderholung.

In: Bundesverband Beruflicher Naturschutz e. V. (BBN) (Hg.): Verantwortung für die Zukunft – Naturschutz im Spannungsfeld gesellschaftlicher Interessen. Bonn, DNT-Journal, 107-116.

Hermes, Johannes; Albert, Christian & Haaren, Christina v. (2018): Assessing the aesthetic quality of landscapes in Germany.

In: Ecosystem Services 31, 296-307.

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