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Nutzungsorientierte Ausgleichsmaßnahmen bei der Biogasproduktion – Untersuchung der Effektivität von nutzungsintegrierten Maßnahmen zur Kompensation von Eingriffen am Beispiel von Blühstreifen

Leitung:Prof. Dr. Michael Reich und Prof. Dr. Michael Rode
Bearbeitung:Dipl.-Ing. Nana Wix
Laufzeit:Juli 2012 - Dezember 2015
Förderung durch:Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung

Kurzbeschreibung

Durch die ungebrochene Ausdehnung von Siedlungen und Infrastruktur und den damit verbundenen Flächenbedarf für Kompensationsmaßnahmen schwindet die landwirtschaftliche Produktionsfläche. Gleichzeitig steigen die Konkurrenzen um Flächen für den Anbau von Nahrungs- und Futtermitteln und die Energieproduktion (vgl. Thrän et al. 2011) und durch einen zunehmenden Anteil an Mais in der Fruchtfolge nehmen negative Einstellungen in der Bevölkerung sowie bei Naturschutz- und Jagdverbänden zum weiteren Ausbau der Biogasproduktion zu (vgl. u. a. Rode & Kanning 2010).
Vor diesem Hintergrund wurde durch die Neufassung des Bundesnaturschutzgesetzes vom 29.07.2009 rechtlich geregelt, dass möglichst zu vermeiden ist, Flächen für Kompensationsmaßnahmen aus der landwirtschaftlichen Nutzung zu nehmen. Vorrangig ist zu prüfen, ob der Ausgleich oder Ersatz unter anderem durch Bewirtschaftungs- oder Pflegemaßnahmen erbracht werden kann (BNatSchG 2009 § 15 Abs. 3).
Ziel des Forschungsprojektes ist es, Handlungsempfehlungen zur naturschutzfachlichen Aufwertung von Maisanbauflächen durch nutzungsintegrierte Kompensationsmaßnahmen zu erarbeiten und in der Praxis zu erproben. Das Beispiel der Anlage von Blühstreifen bietet sich hier besonders an, da sie ein hohes Aufwertungspotenzial sowohl für die Ackerbiozönosen, das Landschaftsbild, das Image der Landwirte als auch für Boden, Grund- und Oberflächenwasser erwarten lassen (u.a. Nentwig 2000, Berger & Pfeffer 2011, Mellifera e.V. 2011).
Daher sollen unterschiedliche Varianten von Blühstreifen im LK Rotenburg (Wümme) wissenschaftlich untersucht werden. Der Erfolg der unterschiedlichen Maßnahmen wird in Bezug auf die Aufwertung des Ackers als Lebensraum für Flora und Fauna (ausgewählte Artengruppen) sowie auf eine Verbesserung des Landschaftsbildes und der Bodeneigenschaften erfasst. Zum Vergleich werden angrenzende Saumstrukturen und Maisäcker in gleicher Weise erfasst und bewertet.

Weitere Projektinformationen

Einhergehend mit der ungebrochenen Ausdehnung von Siedlungs- und Infrastruktur schwindet die landwirtschaftliche Produktionsfläche. Der damit verbundene Flächenbedarf für Kompensationsmaßnahmen verschärft diese Entwicklung. Gleichzeitig steigen die Konkurrenzen um Flächen für den Anbau von Nahrungs- und Futtermitteln und die Energieproduktion (vgl. Rode 2005: 403f; vgl. FNR 2008; vgl. Thrän et al. 2011). Insbesondere die Veredlungsregionen zunehmend aber auch stärker ackerbaulich genutzte Regionen sind durch einen hohen Anteil an Mais in der Fruchtfolge geprägt (LWK 2011b). Sowohl die Agrar-Lebensräume als auch das Landschaftsbild sind damit in den betroffenen Regionen stark beeinträchtigt und verarmt. Als Konsequenz nehmen negative Einstellungen der Bevölkerung zum weiteren Ausbau der Biogasproduktion in den betroffenen Regionen zu, und andere (indirekte) Landnutzungen wie der Arten- und Biotopschutz und die Jagd beklagen die sich ergebenden Einschränkungen (vgl. u. a. Rode & Kanning 2010).

Vor diesem Hintergrund wurde durch die Neufassung des Bundesnaturschutzgesetzes vom 29.07.2009 rechtlich geregelt, dass möglichst zu vermeiden ist, Flächen für Kompensationsmaßnahmen aus der landwirtschaftlichen Nutzung zu nehmen. Vorrangig ist zu prüfen, ob der Ausgleich oder Ersatz unter anderem durch Bewirtschaftungs- oder Pflegemaßnahmen erbracht werden kann, die aber nicht präzisiert werden (BNatSchG 2009 § 15 Abs. 3).

Ziel des Forschungsprojektes ist es, Handlungsempfehlungen zur naturschutzfachlichen Aufwertung von Maisanbauflächen durch nutzungsintegrierte Kompensationsmaßnahmen zu erarbeiten und in der Praxis zu erproben. Das Beispiel der Anlage von Blühstreifen als Kompensation für die durch den Bau von Biogasanlagen verursachten Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft bietet sich hier besonders an, da sie ein hohes Aufwertungspotenzial sowohl für die Ackerbiozönosen, das Landschaftsbild, das Image der Landwirte als auch für Boden, Grund- und Oberflächenwasser erwarten lassen (u.a. Nentwig  2000, Berger & Pfeffer 2011; Mellifera e.V. 2011). Darüber hinaus verbleiben die Kompensationsflächen im Gegensatz zu bislang üblichen Kompensationsmaßnahmen in der ackerbaulich genutzten Fläche und können nach Beendigung des Eingriffs mit dem Rückbau der Anlagen problemlos wieder in die landwirtschaftlichen Produktionsabläufe integriert werden.

Um die grundsätzliche Eignung und Effektivität von Blühstreifen als nutzungsintegrierte Kompensationsmaßnahme zu überprüfen und weiter zu entwickeln, sollen unterschiedliche Varianten von Blühstreifen im LK ROW angelegt und wissenschaftlich untersucht werden, wie z.B. Lage der Blühstreifen im Schlag und die Dauer der Blühstreifen (einjährig, zweijährig). Der Erfolg der unterschiedlichen Maßnahmen wird in Bezug auf die Aufwertung des Ackers als Lebensraum für Flora und Fauna (ausgewählte Artengruppen), eine Verbesserung des Landschaftsbildes und die Verbesserung der Bodeneigenschaften erfasst. Als Vergleichsgrundlage werden angrenzende Saumstrukturen und Maisäcker in gleicher Weise erfasst und bewertet.

Das Forschungsvorhaben wird vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung gefördert. Es erfolgt in Kooperation mit der Jägerschaft des LK ROW und dem Amt für Naturschutz und Landschaftspflege des LK ROW.

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