Logo Leibniz Universität Hannover
Logo: Institut für Umweltplanung/Leibniz Universität Hannover
Logo Leibniz Universität Hannover
Logo: Institut für Umweltplanung/Leibniz Universität Hannover
  • Zielgruppen
  • Suche
 

Länderübergreifende Achsen des Biotopverbundes

Leitung:Dr. Jens Sachteleben (PAN GmbH), Prof. Dr. Michael Reich (IUP), PD Dr. Heinrich Reck (Ökologie-Zentrum Kiel)
Bearbeitung:Dipl.-Biol. Daniel Fuchs (PAN GmbH), Dipl.-Ing. Astrid Lipski (IUP), Dr.-Ing. Kersten Hänel (Universiät Kassel), Dipl.-Ing. Jens Jessberger (Universität Kassel)
Laufzeit:Juli 2004 - Oktober 2006
Förderung durch:Bundesamt für Naturschutz

Kurzbeschreibung:

Das Institut für Landschaftspflege und Naturschutz arbeitet zusammen mit den Universitäten Kiel und Kassel und dem Planungsbüro PAN Partnerschaft München an einem Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zur Ermittlung von Kern- und Verbindungsflächen von nationaler Bedeutung für den Biotopverbund. Das Vorhaben wird durch Mittel des Bundesamtes für Naturschutz gefördert und im Rahmen des Umweltforschungsplanes 2004 durchgeführt.

Projektbeschreibung:

Anlass
Seit April 2002 ist die Realisierung eines Biotopverbundsystems auf Bundesebene mit der Neuregelung des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) auch rechtlich in § 3 umfassend verankert. Der § 3 enthält klare Aussagen zu den Absichten und funktionellen Zielen des Biotopverbunds, gibt jedoch nur grobe Anhaltspunkte, wie sie erreicht werden sollen. Im Rahmen einer Arbeitsgruppe der Länderfachbehörden mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) wurden Auswahlkriterien für die Ermittlung geeigneter Biotopverbund- und Entwicklungsflächen entwickelt (Burkhardt et al. 2004). Dabei wurde ein pragmatischer Weg gewählt, bei dem v. a. von der Größe und Qualität von Biotopen sowie deren Lage im Raum auf deren Eignung geschlossen wird. Weiteres Kriterium war das Vorkommen von ausgewählten Arten („Zielarten für den Biotopverbund“; vgl. Ullrich et al. 2004).


Ziel
Ziel des F+E-Vorhabens war die Ermittlung von Flächen für den Biotopverbund von nationaler Bedeutung auf Grundlage der entwickelten Auswahlkriterien und unter Verwendung bundesweit verfügbarer bzw. vergleichbarer Daten. Weiterhin sollten „Suchräume für die Vernetzung“ ermittelt und die bereits erarbeiteten internationalen Anknüpfungsstellen (Finck et al. 2005) und Vorarbeiten zu Lebensraumkorridoren (Reck et al. 2005) eingebunden werden. Schließlich sollten überregional bedeutsame Zerschneidungs- bzw. Konfliktpunkte aufgezeigt werden.
Die Bearbeitung des Projektes erfolgte unter der Leitung des Planungsbüro PAN GmbH in München und in Kooperation mit der Universität Kassel (Fachgebiet Landschaftsökologie/ Bodenkunde) und dem Ökologie-Zentrum der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (Fachabteilung Landschaftsökologie).


Ergebnisse
Ergebnis des Vorhabens sind zum einen die national bedeutsamen Flächen für den Biotopverbund in Deutschland. Diese wurden entsprechend den Empfehlungen aus Burkhardt et al. 2004, d. h. hinsichtlich Größe, Biotopqualität, Zerschneidungsgrad und Vorkommen von Zielarten bewertet. Die dafür verwendeten Parameter und Eckwerte orientierten sich dabei an den verfügbaren Daten. Hierzu gehörten Daten zu FFH- und SPA-Gebieten, das Digitale Landschaftsmodell [DLM], CORINE Landcover 2000, die Ergebnisse der selektiven Biotopkartierungen sowie der Gewässerstrukturgütekartierungen der Bundesländer.

Zum anderen wurden im Rahmen des Vorhabens die "Suchräume für die Vernetzung" und durch weitere Aggregationsschritte die Räume abgestufter Verbundqualität sowie überregional bedeutsame Zerschneidungs- bzw. Konfliktpunkte mit der Verkehrsinfrastruktur abgeleitet. Dazu kam der GIS-Algorithmus HABITAT-NET (Hänel 2007) zur Anwendung, der im Wesentlichen auf der Grundlage von Daten zu aktuellen und potenziellen Habitatflächen arbeitet.

Die Ergebnis-Karten des Vorhabens sind auf den Seiten des Bundesamtes für Naturschutz herunterladbar. Eine Übersicht der Ergebnisse wurde bei Fuchs et al. 2007 veröffentlicht. Eine ausführlichere Beschreibung erscheint voraussichtlich mit Abschluss des Folgevorhabens „Biotopverbundachsen im Europäischen Kontext“.


Literatur
Burkhardt, R., H. Baier, U. Bendzko, E. Bierhals, P. Finck, A. Liegl, R. Mast, E. Mirbach, A. Nagler, A. Pardey, U. Riecken, J. Sachteleben, A. Schneider, S. Szekely, K. Ullrich, U. van Hengel, U. Zeltner & F. Zimmermann (2004): Empfehlungen zur Umsetzung des § 3 BNatSchG „Biotopverbund“ - Ergebnisse des Arbeitskreises „Länderübergreifender Biotopverbund“ der Länderfachbehörden mit dem BfN.-Naturschutz und Biologische Vielfalt (Hrsg.: Bundesamt für Naturschutz), Heft 2: 5-57.

Finck, P., U. Riecken & K. Ullrich (2005): Europäische Dimension des Biotopverbunds in Deutschland.- Natur und Landschaft 80(8): 364-369.

Fuchs, D., Hänel, K., Jessberger, J., Lipski, A., Reck, H., Reich, M., Sachteleben, J., Finck, P. & Riecken, U. (2007): National bedeutsame Flächen für den Biotopverbund. - Natur und Landschaft 82 (8): 345-352.

Hänel, K. (2007): Methodische Grundlagen zur Bewahrung und Wiederherstellung großräumig funktionsfähiger ökologischer Beziehungen in der räumlichen Umweltplanung - Lebensraumnetzwerke für Deutschland. Dissertation, Universität Kassel, Fachgebiet Ökologische Standort- und Vegetationskunde am Fachbereich 06 - Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung. 380 (weitere Informationen).

Reck, H., K. Hänel, M. Böttcher, M. & A. Winter (2006): Lebensraumkorridore für Mensch und Natur - Abschlussbericht zur Erstellung eines bundesweit kohärenten Grobkonzeptes (Initiativskizze).- Naturschutz und Biologische Vielfalt (Hrsg.: Bundesamt für Naturschutz), Heft 17: 3-53.

Ullrich, K., P. Finck, U. Riecken & J. Sachteleben (2004): Bundesweit bedeutsame Zielarten für den Biotopverbund.- Naturschutz und Biologische Vielfalt (Hrsg.: Bundesamt für Naturschutz), Heft 2: 59-63.

Übersicht