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Raum- und Umweltplanung in der Region Havelland-Fläming und in Potsdam

Auf den Weinbergterrassen von Schloss Sanssouci (Foto: Josefine Reitmann)
In Neumanns Erntegarten in Potsdam (Foto: Kathleen Dahmen)

Dr. Frank Scholles,
Dipl.-Ing. Magrit Putschky,
Dr. Eric Thomas

Das deutsch-französische Planungs-Seminar, gefördert vom Deutsch-Französischen Jugendwerk, dient alljährlich dem Austausch zwischen Studierenden und Lehrenden der Raum- und Umweltplanungs-Abteilung der Ingenieurschule der Universität Tours und des Instituts für Umweltplanung der Leibniz Universität Hannover. Die Seminare finden abwechselnd in einer deutschen oder einer französischen Region zu aktuellen Planungsfragen statt. Hierbei lernen die Teilnehmenden nicht nur Eigenheiten der Länder kennen, sondern erfahren auch viel über die Planungssysteme und die Politik.

In diesem Jahr fand der Austausch vom 7. bis 13. Oktober in der Region Havelland-Fläming, vor allem in Potsdam, statt. Es nahmen insgesamt 38 Studierende und drei Lehrende teil. Die Gruppe aus Tours holte die hannoversche Gruppe am 7. Oktober mittags am Großen Garten ab, und dann ging es gemeinsam im Reisebus nach Potsdam. Nach Zimmerverteilung und Bezug von Haus Hochlland erkundete man gemeinsam Potsdams Innenstadt.
Anderntags wurde zunächst das Brandenburger Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung (MIL) besucht, wo die Gemeinsame Landesplanung Brandenburg-Berlin die Aufstellung des Landesentwicklungsplans Hauptstadtregion und die Planungsgemeinschaft Havelland-Fläming die Regionalplanung vorstellten. Diskutiert wurden vor allem die Möglichkeiten der Steuerung der Energieerzeugung. Danach führte die Fachleute vom Landesamt für Umwelt in das Hochwasserrisikomanagement und die Gewässerentwicklung in Brandenburg ein. Nach dem Mittagessen in der Ministeriums-Kantine fuhr die Gruppe nach Neustadt/Dosse, um das Gehörte über die Dosse zwischen Wusterhausen und Neustadt sowie am Rhin bei Rhinow in der Realität zu sehen.
Am Dienstag stand der Naturpark Westhavelland im Mittelpunkt. Von Havelberg aus ging es mit dem Schiff über die Havel, und der Naturschutzbund (NaBu) präsentierte das Projekt „Havel-Renaturierung“. Nach Rückkehr und gemeinsamem Mittagessen im Gasthaus Mühlenholz standen in Wolsier, Gemeinde Havelaue, bei der Agrargenossenschaft Gülpe Organisation und Aufgaben des Naturparks, der Landwirtschaft in Naturschutzgebieten und die Direktvermarktung im Fokus.
Der Mittwoch war dem Weltkulturerbe Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg gewidmet. Alumnus Prof. Dr. Michael Rohde stellte das Weltkulturerbe, den Umgebungsschutz und die touristische Bedeutung sowie die Wertschöpfung durch die Gärten vor. Es folgte die Parkführung Sanssouci in der Mittelroute und der Südroute, und viele Teilnehmende nutzten den schönen Abend zur weiteren Besichtigung von Park und Gebäuden.
An den letzten beiden Tagen stand die Stadtentwicklung und Stadterneuerung in Potsdam im Zentrum. Der Fachbereich Stadtplanung und Stadterneuerung präsentierte Landschaftsplanung und Stadtentwicklung der Landeshauptstadt Potsdam, die Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme Bornstedter Feld sowie die Umweltplanung Bornstedter Feld. Die Entwicklungsmaßnahme wurde anschließend vor Ort erläutert. Nach dem Mittagessen in der Mensa wurden der Foerster-Garten, die Bornimer Feldflur, Neumanns Erntegarten (Direktvermarktung Obst) und die Konversionsfläche Krampnitz bei strahlendem Sonnenschein besichtigt bzw. durchwandert, fachlich geführt durch den Potsdamer Kollegen Kneiding. Beim gemeinsamen Abendessen wurden die Eindrücke (und die Kochkulturen) ausgetauscht.
Anderntags standen nach einer interkulturellen Diskussion die Sanierungsgebiete Holländisches Viertel und Potsdamer Mitte auf dem Programm. Während es beim Holländischen Viertel vor allem um die Erhaltung und Sanierung der Bausubstanz geht, steht in der Mitte die (Wieder-)Herstellung einer Stadtstruktur im Vordergrund. Anschließend setzten sich die meisten in die S-Bahn und erkundeten Berlin-Mitte. Am Samstag endete die Exkursion, und es ging wieder zusammen zurück nach Hannover bzw. Tours.

Die Studierenden sind in Potsdam und Umgebung von allen Institutionen und Vortragenden sehr freundlich empfangen worden und haben insgesamt eine lehrreiche, interessante und schöne Zeit miteinander verlebt. Die Woche in Potsdam wurde schnell zu einer gemeinschaftlichen Entdeckungsreise für Französisch und Deutsch sprechende Studierende. Potsdam und sein Umland sind erstaunlich und vielschichtig in puncto Historie, Landschaft, Menschen und Kultur.

Das Schöne an diesen Seminaren ist, dass der Austausch der Studierenden untereinander auf einer fachlichen Basis direkt funktioniert. Alle Hürden können schnell abgebaut werden. So kam es neben dem fachlichen Input zu großartigen, verbindenden Begegnungen, sei es beim Kochen (unvergessen bleibt, dass die Betreuerin dabei am letzten Tag die Funktion der Brandmelder testete) oder beim freien Erkunden Potsdams und Berlins.

Und die vielfältigen fachlichen Einblicke ermöglichen es den Studierenden, den Planungsalltag direkt zu erleben, sei es im Planungsprozess oder in der Ausführung. Einblicke in den Alltag wie diese helfen bei der persönlichen Orientierung und der Vernetzung sowie bei der fachlichen Stärkung.