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Exkursion an die Untere Mulde und ins Dessau-Wörlitzer Gartenreich 2018

Teppich aus blühendem Wasser-Hahnenfuß in der Mulde (Foto: O. Badelt)
In der Mulde gibt es noch vergleichsweise viel Totholz, das durch Ufererosion auf natürlichem Wege in den Fluss gelangt (Foto: M. Cébrian-Piqueras)
Die Radtour wurde durch Vorträge von Mitarbeitern des Umweltamtes Dessau-Roßlau, des Landesamtes für Hochwasserschutz Sachsen-Anhalt und des WWF bereichert (Foto: O. Badelt)
Die Gruppe erhielt eine Führung durch den innovativen Bau des Umweltbundesamtes in Dessau-Roßlau (Foto: O. Badelt)
Grasende Konik-Pferde pflegen die Offenlandflächen der Oranienbaumer Heide (Foto: J.Thiele)

Vom 21. bis 24. Mai 2018 erkundeten 24 Studierende die kreisfreie Stadt Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt) und ihre Umgebung. Auf engstem Raum befinden sich dort zahlreiche Naturschutzgebiete, FFH- und Vogelschutzgebiete, UNESCO-Weltkulturerbe-Stätten und das UNESCO-Biosphärenreservat Mittelelbe. Letzteres ist Teil des länderübergreifenden Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe. Das durch Elbe- und Mulde-Radweg bei Touristen beliebte Gebiet, direkt im Mündungsbereich von Mulde und Elbe gelegen, war allerdings vom Jahrhunderthochwasser 2002 stark betroffen. Diese unterschiedlichen Nutzungsansprüche charakterisieren das Spannungsfeld, in dem das Renaturierungs- und Forschungsprojekt „Wilde Mulde – Revitalisierung einer Wildflusslandschaft in Mitteldeutschland“ durchgeführt wird, welches Anlass für die studentische Exkursion war.

In diesem von BMBF sowie BMUB und BfN geförderten Projekt plant und führt der WWF Deutschland punktuelle Renaturierungsmaßnahmen an der Mulde durch. Der Nutzen dieser Renaturierungen soll mit dem Ökosystemleistungskonzept nachgewiesen und in der Region kommuniziert werden. Hierzu arbeitet das IUP mit verschiedensten Forschungsinstituten und Universitäten in Deutschland und Österreich zusammen (www.wilde-mulde.de).

Von der örtlichen Jugendherberge aus wurden verschiedene Tagestouren unternommen. Das Programm startete mit einer Stadtführung durch die Innenstadt Dessaus, die die wechselhafte Geschichte und die aktuellen Herausforderungen wie Schrumpfung und Überalterung der Bevölkerung thematisierten. Die interessantesten Standorte der Mulde wurden mit Fahrrädern erkundet. Hier erfuhren die Studierenden, wie ein „Wildfluss“ aussieht, der über weite Strecken noch natürliche Ufer und Totholz aufweist und sein Flussbett noch verlagern kann. Das Bild der vielfältigen Flora und Fauna im Biosphärenreservat Mittelelbe wurde mit einem Besuch des nahegelegenen Besucherzentrums, dem Auenhaus, sowie einer anschließenden Exkursion zur Biberfreianlage und zur Oranienbaumer Heide vervollständigt. Die kulturelle Seite des Gebietes wurde der Gruppe bei einer Führung durch die Wörlitzer Anlagen, dem Herzstück des Gartenreiches, von der Leitung der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz nahe gebracht. Wie eng Naturschutz und Kulturlandschaft vor Ort verzahnt sind, zeigte der Besuch des Sieglitzer Parks, welcher gleichzeitig Projektgebiet des EU-Life+ -Projektes „Elbauen Vockerode“ ist. Beim Besuch im innovativen Hauptgebäude des Umweltbundesamtes lag der Fokus auf der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie in Deutschland. Die Ereignisse der Hochwasserkatastrophe verdeutlichte Lothar Ehm, Bürgermeister der Ortschaft Waldersee, mit einem zeitgenössischen Vortrag. Abgerundet wurde die Exkursion durch einen Flussfilmabend im Dessauer Kiez-Kino.

Genauere Informationen zu den Inhalten können auch dem Reader mit den Studierendenbeiträgen entnommen werden.

Geleitet wurde die Exkursion von Cedric Gapinski, Julia Thiele und Dr. Miguel Cébrian-Piqueras vom IUP. Besonderen Dank gilt Prof. Joachim Wolschke-Bulmahn (ILA) für die Organisation der Führung in Wörlitz, die er mit einer Gruppe Masterstudierenden der Landschaftsarchitektur begleitete.