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Deutsch-französisches Planungsseminar 2015 in Vannes: Département Morbihan: Planung, Naturschutz und kulturelles Erbe

In der renaturiertenDrayac-Aue (Foto: Kathleen Dahmen)
Die deutsch-französische Exkrusionsgruppe in Carnac
In der Altstadt (secteursaufgardé) von Vannes (Foto: Anne Olzog)

Vom 3. bis 11. Oktober 2015 beschäftigten sich je 21 Studierende der Leibniz Universität Hannover und der Ecole d‘ingénieurs Polytechnique de l‘Université de Tours unter Leitung von Dr. Eric Thomas, Dr. Frank Scholles und Dipl.-Ing. Magrit Putschky intensiv mit dem Département Morbihan in der Bretagne und seinem kulturellen und natürlichen Erbe. Die Teilnehmenden bekamen nicht nur die Möglichkeit, sich theoretisches Wissen über das Département anzueignen, sondern konnten bei den Besichtigungen vor Ort das gewonnene Wissen nachvollziehen und vertiefen. Besonders der flächenschonende Umgang mit dem Wachstum von Wirtschaft und Bevölkerung in einem Naturparkgebiet wurde immer wieder thematisiert. Zu Beginn war die Gruppe Gast im Conseil Départemental du Morbihan. Dort wurden die Infrastrukturpolitik und die Umweltpolitik des Départements am Beispiel von Verfahren der ländlichen Neuordnung und des Straßenbaus vorgestellt. Aufgrund europäischer Vorgaben nähern sich die deutschen und französischen Verfahrensabläufe immer mehr an, und die französischen Umsetzungen erscheinen mangels Konzentrationswirkung der Zulassungen noch komplizierter als die deutschen.


Eine große Rolle spielt in der Südbretagne der vom Klima und vom Meer begünstigte wassergebundene Tourismus. Im Golfe du Morbihan (bretonisch für „kleines Meer“) wurde ein Gleichgewicht zwischen Bootstourismus, Austernzucht/Fischerei und Naturschutz gefunden, das immer wieder herausgefordert wird. Der Golf ist Natura 2000-Gebiet und Kern des erst 2014 gegründeten Naturparks „Golfe du Morbihan“. Als regionale Gebietskörperschaft ist der Naturpark aber bereits ein bedeutender politischer Akteur, der z. B. Restriktionen für die kommunale Planung setzt – sehr zum Missfallen der Bauleitplaner des Verdichtungsraumverbandes und der Stadt Vannes.


Schließlich ging es in der Département-Hauptstadt Vannes um nachhaltige Stadtentwicklung und die Nutzung und Gestaltung der historischen Altstadt als „secteursaufgardé“. Nicht nur hier berät der Verein für Architektur, Städtebau und Umwelt Gemeinden und private Bauherren praktisch, finanziert vom Département und aus Bauantragsabgeben.
Abschließend wurde das Weltkulturerbe Steinreihen von Carnac besichtigt und der Umgang mit Austern live in einer Austernzucht vorgeführt.