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Ingenieurbiologische Bauwoche 2015 auf Norderney

Halmstecklingsbesatz der Weißdünen mit Strandhafer im Norden von Norderney
Bau von Buschlahnungen im Deichvorland im Süden von Norderney
Im Westen der Insel werden während der Inselführung die Küstenschutzmaßnahmen erklärt
Besichtigung der im Bau befindlichen Salzwiesenrenaturierung mithilfe ingenieurbiologischer Bauweisen im Osten von Norderney

Der Lehr- und Forschungsbereich Ingenieurbiologie des IUP führte vom 2. bis 6. November 2015 eine Insel-Exkursion in Kooperation mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) durch. Während der fünftägigen Bauwoche auf Norderney konnten die Studierenden viel über das Spannungsfeld zwischen Küsten- und Naturschutz im Nationalpark und Weltnaturerbe Wattenmeer erfahren. Auch der Einfluss des Tourismus und die Kommunikation über Küsten- und Naturschutzes gehörte zu den Lerninhalten der Exkurison. Außerdem wurden ingenieurbiologische Baumaßnahmen zum Dünen- und Deichschutz erlernt und durchgeführt.

Im Nationalparkhaus „Watt Welten“ auf Norderney konnten sich die Studierenden über das Weltnaturerbe Wattenmeer informieren und einen Einblick in die Natur- und Küstenschutzproblematik gewinnen. In einer mehrstündigen Führung über die Insel unter Leitung von Herrn Schulze-Diekhoff (Biologe vom NLWKN) wurde diese Problematik erneut aufgegriffen, vertieft und anhand einzelner Beispiele konkretisiert.

Die praktische Umsetzung der ingenieurbiologischen Maßnahmen, wie die Gewinnung von Strandhafer und Ausbringung als Halmstecklinge in der Weißdüne oder auch der Bau von Buschlahnungen im Deichvorland stellten einige Mitarbeiter des NLWKN vor. Daraufhin konnten die Studierenden unter fachkundiger Betreuung auf dem Pflanzacker des NLWKN Strandhafer ernten. Sie lernten, worauf beim „Halmstecklingsbesatz“ zu achten ist, indem sie selbst diese Bauweise an einem Dünenabschnitt durchführten. Zusätzlich konnten die Studierenden nach einer kurzen Einführung eigenständig Buschlahnungen im Deichvorland anlegen und erneuern. Zwischen den Buschlahnungen bestand die Vegetation hauptsächlich aus Salzwiesenpflanzen, die bei Bestimmungsübungen genauer betrachtet wurden.

In diesem Jahr gab es erfreulicherweise die seltene Möglichkeit, sich die Salzwiesen im Osten der Insel anschauen. Die Führung übernahm Nationalparkwart Nico Erdmann. Es wurden Maßnahmen zur Salzwiesenrenaturierung aus dem Jahr 2008 untersucht. Durch die Unterstützung und Begleitung von Herr Linders (Planungsbüro Eco Plan aus Leer), Frau Kraetschmer (Netzbetreiber TenneT: Organisation im Rahmen der Ersatzmaßnahme für die Netzanbindung des Offshore-Windparks Alpha Ventus) und Herrn Blaurock (Baustellenleitung) war es außerdem möglich, eine im Bau befindliche Salzwiesen-Renaturierung zu besichtigen und Probleme und erste Erfolge der unterschiedlichen ingenieurbiologischen Maßnahmen zu diskutieren.

Momentan befassen sich am IUP zwei Studienprojekte mit der Ingenieurbiologie im Spannungsfeld zwischen Küsten- und Naturschutz sowie mit der Renaturierung von Salzwiesen.