Lindener Bergfriedhof 2020
Wochenstegreif leistet wichtigen Diskussionsbeitrag
Der Lindener Bergfriedhof liegt in Hannover-Linden und wird aktuell nicht mehr für Begräbnisse genutzt. Er wird extensiv gepflegt und ist nicht nur unter Naturschutzaspekten sehr bedeutend. Zurzeit wird in Linden kontrovers diskutiert, ob er für Urnenbestattungen wieder geöffnet werden soll. Die einen lehnen eine Öffnung vollständig ab. Die anderen befürworten, dass auf dem Friedhof wieder Bestattungen stattfinden. Im Falle einer Öffnung steht zur Debatte wie intensiv der Friedhof für Bestattungen genutzt werden soll und in welchem Maße Denkmal-, Naturschutz-, soziale und ökonomische Aspekte dabei berücksichtigt werden.
Diesem spannenden und aktuellen Thema nahmen sich Siegrid Herbst und Michaela Hannig aufgrund einer Idee von Roswitha Kirsch-Stracke an. Unter dem Titel „Der Lindener Bergfriedhof 2020“ führten sie vom 16.1. bis 23.1.2008 einen Wochenstegreif durch. Fünf Studierende planten in zwei Gruppen eine Entwicklungsmöglichkeit für den Lindener Bergfriedhof – einmal mit einer beschränkten Zahl an Urnenbestattungen zum anderen mit einer maximalen Nutzung für Urnenbestattungen.
Das Interesse vor Ort war schon bei der Auftaktveranstaltung am 16.1. sehr groß. Nach einem Rundgang, den Frau Wächtler von der Friedhofsverwaltung Hannover durchführte, erhielten die Studierenden die Möglichkeit, sich mit den verschiedenen Positionen zum Thema auseinanderzusetzen. „Wir freuen uns so sehr, dass wir jetzt hier zusammensitzen und über den langjährigen Wunsch der Lindener sprechen können“, sagte Egon Kuhn von der Geschichts-Werkstatt Linden.
Am 23.1. präsentierten die Studierenden nach einer Woche Arbeit Ihre Ideen. An dieser Veranstaltung war das Interesse noch größer als bei der Auftaktveranstaltung. Selbst die Bezirksbürgermeisterin Frau Knoke und andere Abgeordnete des Bezirksrates Linden-Limmer ließen es sich nicht nehmen, die Szenarien der Studierenden kennenzulernen. „Ich finde es erstaunlich, was die Studenten in einer Woche geleistet haben. Die Pläne stellen einen ganz wichtigen Beitrag für die weitere Diskussion dar,“ kommentierte Theo Stracke als Naturschützer die Konzepte.
Nicht nur aus Sicht der Lindener, sondern auch aus Sicht der Studierenden war dieser Wochenstegreif erfolgreich. Das aktuelle Thema und das große Interesse vor Ort sorgten für ein hochmotiviertes Arbeiten. Ein Teilnehmer resümiert: „Das war das erste Mal, dass wir eine richtige Lobby hatten und öffentlich unsere Ideen vorgestellt haben. Das hat echt Spaß gemacht."
Nähere Informationen dazu: Michaela Hannig und Siegrid Herbst


